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Schiffsbeteiligungen

MARKTBERICHT SCHIFFFAHRT

05 / 2011

 

Marktbericht Schifffahrt
05 / 2011

Der ganz normale Wahnsinn der Märkte geht weiter, nicht nur an den Finanzmärkten, sondern auch in der Schifffahrt. Während sich in der Containerschifffahrt die großen Operator die Frachtraten in einem ruinösen Wettbewerb um die Ohren schlagen und die Defizite der kleineren Operator immer größer werden, liegt auch die Tankschifffahrt am Boden. Etwas erfreulicher ist dagegen der Bulkermarkt, der in den letzten Wochen zumindest gezeigt hat, dass es ihn noch gibt. Wie sich nun die beschlossenen Rettungsmaßnahmen für den Euro mit Schirmen, Hebeln, Volksabstimmungen und sonstigen Transaktionen zukünftig auf die Weltwirtschaft auswirken, bleibt abzuwarten. Schließlich ist Griechenland von der Bevölkerungszahl etwas größer als Berlin, aber scheinbar der Nabel der Finanzwelt.
Aber immerhin müssen wir uns jetzt vom US-Präsidenten nicht mehr sagen lassen, dass wir an der Misere Schuld haben und etwas für die Rettung der Weltwirtschaft tun müssen. Wir haben etwas getan und jetzt ist er am Zuge, mal sehen, was kommt.

 

Der Bulkermarkt

In den vergangenen Wochen zogen die Fracht- und Charterraten bei den Schüttgütern deutlich an. Bei den Capern haben sich die Raten im September deutlich erholt, was sicherlich mit der Erhöhung der Lagerbestände für Erz und Kohle in China korreliert. Anfang September wurden rd. 40 Caper gechartert, dies ist die höchste Stückzahl in so kurzer Zeit, wie wir sie zuletzt im Sommer 2009 gesehen haben.

Auch im weiteren Verlauf des Oktobers zogen die Chartern für die Caper weiter an und haben die Marke von USD 30.000,-- überschritten. Die Tendenz ist momentan stabil. Auch bei den kleineren Bulkern sind steigende Raten zu verzeichnen. Begünstigt wird dies durch den erwarteten Anstieg der Eisenerzausfuhren aus Indien nach Beendigung der Regenzeit. Die Zunahme der Zeitcharterabschlüsse spricht nach diesem katastrophalen Sommer für ein starkes viertes Quartal.

Hoffentlich hält diese Entwicklung noch einige Zeit so an, damit mal wieder Raten kommen, die für alle Beteiligten auskömmlich sind.

 

Der Tankermarkt

Von den erfreulichen Tendenzen des Dry-Cargo sind die Marktteilnehmer im Tankerbereich leider noch meilenweit entfernt. Die Raten sind weiter rückläufig und Besserung ist in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Das Ratenniveau bei den Tankern, egal in welcher Klasse, war in den letzten 10 - 15 Jahren niemals so schlecht, wie gerade jetzt, damit kann man eigentlich nur noch sterben. Hört sich nicht gut an, ist aber so. Einzige Ausnahme von diesem Abwärtstrend waren die Suezmax-Tanker, die im Verlauf des Oktobers in den Raten am Spotmarkt zulegen konnten. Mit Werten bis über USD 40.000,--, ausgelöst durch Behinderungen am Bosporus (hatten wir in den letzten Jahren immer wieder), waren sie das Highlight unter den Tankern.

Der stagnierende Energieverbrauch durch die schwache Wirtschaftslage in Europa und den USA wird kurzzeitig keine Besserung der Chartermärkte zur Folge haben. Diesen negativen Verlauf zeigt auch die Wachstumsprognose der IEA (Internationale Energie Agentur), die jetzt von einer Nachfrage von 89,2 Mio. Barrel/Tag ausgeht. Dies sind rund 50000 Barrel/Tag weniger, als ursprünglich erwartet. für 2012 erwartet die IEA einen Anstieg auf 91,2 Mio. Barrel/Tag. Wäre schön, wenn es so käme.

Es gibt noch einige Aspekte, wie z.B. die Stillegung einer großen Raffinerie an der US-Ostküste, die dazu führen kann, dass vermehrt Produktentanker benötigt werden, aber das ist nocht nicht endgültig. Gleichwohl gibt es Fakten, die zur Regulierung des Marktes beitragen können. Dazu gehört das Orderbuch für Neubauten. Nach Analysen von Clarkson Research ist das Auftragsvolumen für Tankerneubauten in diesem Jahr extrem rückläufig. Die Investitionssumme liegt mit nur $ 2,1 Mrd. über 80% hinter dem Durchschnitt der letzten 8 Jahre zurück. Damit hat das Orderbuch den niedrigsten Stand der letzen 15 Jahre zu verzeichnen.

Wir wollen hoffen, dass es so bleibt und nicht solche Exzesse wie in bestimmten Bereichen der Containerschifffahrt kommen. Nur dann hat der Tankermarkt eine reelle Chance, sich mittelfristig zu erholen.

 

Der Containermarkt

Der Wahnsinn geht in die nächste Runde. Schönrederei und Gesundbeterei haben leider keinen Einfluß auf die desaströsen Entwicklungen in den Containermärkten. Seit Juli befindet sich der Markt auf breiter Front in einer Abwärtsbewegung, die forciert wird durch den Ablieferungstsunami bei den Megacarriern. Bei diesem Schiffstyp sind die Frachtraten pro Container mittlerweile unter den Bunkerpreis gerutscht, den der Transport diees Containers kostet. Nach den Ausführungen des Branchenreports von Alphaliner ist es erstmals geschehen, dass der sog. Bunker Adjustment Factor (BAF) über der Frachtrate liegt. Der BAF ist derjenige Betrag, der auf die Fracht aufgeschlagen wird, um die enorm hohen Treibstoffkosten tragen zu können. Das ist schon sehr bedenklich.

Trotz des sinkenden Charterratenniveaus ist es erfreulich, dass die Zahl der aufliegenden Schiffe immer noch vergleichsweise gering ist. Dies liegt einfach an der Tatsache, dass genügend Ladung da ist, aber das Ratenniveau nachhaltig gestört ist durch den Verdrängungswettbewerb, der im Bereich der Megacarrier stattfindet. Eine sehr kranke Entwicklung! Eigentlich wäre es an der Zeit, dass die deutschen schiffsfinanzierenden Banken, die sicherlich auch sehr stark bei den Megacarriern und den Global Playern engagiert sind, dort auf den Busch klopfen und Druck ausüben, die Frachtraten wieder zu steigern. Nur so würde der Schifffahrt geholfen werden können, aber was kann man derzeit von den Banken schon erwarten? Nichts, oder??

Es ist sehr schwierig, momentan eine Prognose abzugeben. Schiffe zwischen 3000 und 6000 TEU werden momentan zu Raten, wenn auch nur kurzfristig, von USD 8000 bis 9000 geschlossen. Am stabilsten zeigen sich noch die Bereiche um 1700 TEU und zwischen 2500 und 3000 TEU. Diese Schiffe erzielen Raten, die um die USD 9000 pro Tag und höher liegen.

Machen wir uns also nichts vor, für dieses Jahr sind in der Containerschifffahrt die Messen gesungen, weil ab jetzt, bis Mitte Februar keine großen Bewegungen mehr stattfinden. Bleibt zu hoffen, dass es nach Chinese New Year wieder aufwärts geht, wie eigentlich fast immer in den letzten 25 Jahren und was von den Marktexperten auch erwartet wird. Aber eine Gewähr dafür gibt es nicht!

Meldungen aus 2004:

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