Währungsrisiko beim GEBAB Doppelpack ?!
Nach der Sicherheit wirtschaftlicher Prognosen
befragt antwortete der Wirtschaftswissenschaftler John M.Kaynes:
" In the long run we are all dead ". Treffender kann man
Prognosen über wirtschaftliche Entwicklungen nicht umschreiben.
In diesen Bereich fallen auch Prognosen über die wechselseitigen
Entwicklungen von Währungskursen. Grundsätzlich wird es
optimistische und pessimistische Einschätzungen über die
künftige Entwicklung des EURO geben.
Bereits wenige Tage, nach Versendung einer Vielzahl
von Emissionsprospekten des Doppelpacks haben wir Rückfragen
erhalten, wie das Währungsrisiko hinsichtlich des Kaufpreises
der Schiffe zu bewerten ist. Wir hatten uns mit dieser Problematik
bereits vor dem Erscheinen der Prospekte vertraut gemacht und geben
Ihnen einige Fakten und eigene Anmerkungen dazu, damit Sie selbst
eine Risikoeinschätzung vornehmen können.
Die Nord/LB hat in ihrer neuesten Ausgabe der
Zinsprognose Juli 2000 vom 28.Juni 2000 eine Einschätzung der
EURO-Entwicklung für die nächsten 12 Monate vorgenommen.
Danach wird der EURO per 9/2000 bei 0,96 US-cent und per 12/00 bei
1,0 US-$ erwartet. In der weiteren Entwicklung prognostiziert die
Nord/LB per 6/2001 einen EURO von 1,05 US-$. Zur Begründung
führt die Nord/LB an:
- Die Anzeichen für "soft landing" in den USA
verstärken sich in den nächsten Monaten;
- Die Inflationsrate geht mit leicht rückläufigen Ölpreisen
wieder unter 3%;
- amerikanische FED nimmt abwartende Haltung ein, Gefahr eines
restriktiveren Kurses allerdings noch nicht gebannt.
- Renditen US-Treasuries profitieren von abnehmenden Inflationsgefahren
und wachsenden Tilgungen infolge zunehmender Haushaltsüberschüsse;
- EURO hält sich auf leicht erhöhtem Niveau, mittelfristig
aufgrund verbesserter Position des Euroland gegenüber USA
wieder über Parität.
Diese Auffassung wird auch von Clarkson Research
Studies im Juni bestätigt. Die Angaben dort basieren auf Einschätzungen
der OECD und der Barclays Bank, die beide den EURO binnen 12 Monaten
bei 1,03 einstufen, also nur 2 cent unter der Einschätzung
der Nord/LB. Vor diesem Hintergrund besteht für das Angebot
nahezu kein Währungsrisiko. Zu einer ähnlichen Einschätzung
kommen auch verschiedene Wirtschaftsforschungsinstitute, weil wirklich
alle wirtschaftlichen Rahmendaten für eine Erholung des EURO
sprechen. Deutlich abweichende publizierte Meinungen dazu haben
wir in den letzten Wochen nicht finden können. Folgt man diesen
Prognosen, wird in naher Zukunft bereits ein Wechselkursniveau erreicht
sein ab dem eine Eindeckung auf Termin (2.Halbjahr 2001) bei ca.
DM 2,--/US-$ stattfinden kann. Dies bedeutet ein Risiko von 4,5
Pfennig oder eine Unterdeckung beim Kaufpreis von ca. DM 3 Mio.
pro Schiff. Gleichzeitig wird diese Unterdeckung aber zum Teil kompensiert,
weil sich nach dem derzeit erreichten Baufortschritt abzeichnet,
daß die Schiffe früher abgeliefert werden. Dies hat zur
Folge, daß Bauzeitzinsen eingespart werden und bereits Ergebnisse
für die Gesellschaft anfallen, die gar nicht kalkuliert sind.
Bei einer Charterrate von EURO 27.825,-- pro Tag fallen bei früherer
Ablieferung erhebliche Mehreinnahmen an, die die Unterdeckung ebenfalls
kompensieren. Die Ablieferung kann voraussichtlich ca. 2 Monate
vorverlegt werden. Die vorzeitige Abnahme durch den Charterer ist
in diesem speziellen Fall problemlos möglich.
Es sprechen viele Fakten dafür, daß
das Währungsrisiko dieses Angebotes minimal ist. Die GEBAB
selbst hat verschiedene Musterberechnungen angestellt, die aber
nur die Rentabilität der Anlage unterstreichen. Wenn sich Ausschüttungen
reduzieren sollten, weil die Unterdeckung durch zusätzliche
Kreditaufnahmen kompensiert werden muß, dann geht dieser Vorgang
immer mit höheren Verlustzuweisungen einher, die den negativen
Effekt bei Ausschüttungen wieder aufhebt.
Was sollte man in einem solchen Fall
machen?
Eindecken bei DM 2,-- um auf der relativ sicheren
Seite zu sein? Die Pessimisten unter Ihnen werden jetzt "Ja"
sagen und laufen dabei Gefahr, von den Optimisten beschimpft zu
werden "das haben wir ja immer gesagt", wenn die Wärungsparität
die 1:1-Marke überschreitet.
Leider besitzen wir nicht den Stein der Weisen
um hier einen Rat zu geben, aber eines ist sicher, das Problem wird
seitens des Emissionshauses GEBAB mit der gebotenen Umsicht behandelt
und mit Sicherheit im Sinne der Anleger entschieden. Bei den Aussichten
dieses Angebotes ist das Risiko der Investition eher als gering
zu bewerten. Eine der zusätzlichen Sicherheitsreserven steckt
im Restwert des Schiffes. Dieser Wert wird im Prospekt mit dem Schrottwert
gleichgesetzt. Dies ist extrem konservativ gerechnet, weil nach
den Erfahrungswerten von Schiffsmaklern der Restwert eines Schiffes
nach 18 Jahren bei 15 - 25 % des historischen Baupreises liegt.
Bezogen auf die Beispielsrechnung des Emissionsprospektes (Seite
29) ergibt sich somit ein Wert von ca. 31 % des gezeichneten Kapitals.
Danach würde die Rendite des Angebotes auf mehr als 270%, bezogen
auf das effektiv eingesetzte Eigenkapital nach Steuer, ansteigen.
Sollten sich die eingangs erwähnten Prognosen
bewahrheiten und der EURO langfristig über 1:1 zum US-$ bewertet
sein, dann wird bereits vor der Bezahlung des Kaufpreises der Schiffe
feststehen, daß diese Schiffe einen "goldenen Kiel"
bekommen werden. |