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Die ausführliche Kapitalanlage Meldung

Ist die Talsohle erreicht? Trends am Containermarkt!


Der Abwärtstrend des Chartermarktes für Containerschiffe hat anscheinend (und hoffentlich!) seine Talsohle erreicht. Bei der Auswertung der Charterabschlüsse Januar 2002 für die Weiterentwicklung des MIRAX konnten wir feststellen, daß in einigen Bereichen der verschiedenen Marktsegmente eine leichte Erholung zu verzeichnen ist, während in anderen Segmenten die Bodenbildung stattgefunden hat! Leider befinden sich auch einige Marktsegmente immer noch in der Abwärtsbewegung, aber diese ist bereits deutlich abgeschwächt.

Besonders auffällig ist bei den Zahlen für den Monat Januar, daß eine sehr große Anzahl von Charterverträgen abgeschlossen wurde, die deutlich über dem Jahresdurchschnitt liegt. Dies ist ein Zeichen dafür, daß sich die Charterer eingedeckt haben um das niedrige Ratenniveau noch für sich zu sichern. Viele dieser Abschlüsse sind mit Anschlußoptionen versehen, die teilweise bis zu 60 % über Ursprungscharter liegen. Auch dies ist ein deutliches Anzeichen dafür, daß mit einer Erholung des Marktes gerechnet werden kann. Die Charterzeiträume liegen bei 6 bis 12 Monaten, mit entsprechenden Optionen. Ein solcher Trend war zuletzt im Januar 1999 zu verzeichnen. Auch damals wurde eine Erholung des Marktes im Januar eingeleitet.

Bereits in unserer NEWS vom 16.10.2001 hatten wir darauf hingewiesen, daß nach Beendigung des chinesischen Neujahrsfestes, Mitte Februar 2002, eine Verbesserung des Marktes eintreten könnte. Wir werden die Monate Februar und März sehr kritisch untersuchen, ob sich der Trend verstärkt und unsere damalige Prognose richtig war.

Wir möchten in diesem Zusammenhang nochmals auf unsere Ausführungen zum Chartermarkt hinweisen, die wir bereits im Dezember an dieser Stelle veröffentlicht hatten. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Kurzanalyse von Dr. Burkhard Lemper, vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL). Diese Analyse geben wir in ungekürzter Fassung wieder. Sie wurde uns zur Verfügung gestellt vom Emissionshaus König & Cie. (www.emissionshaus.com).

Wir möchten uns an dieser Stelle dafür bedanken !

Die von uns aktuell vertriebenen Angebote von König & Cie. sind:

Motortanker MT "CAPE BELLAVISTA" - Multipurposeschiff MS "CAPE DON"

Übrigens beides keine Containerschiffe. Nachfolgend die Kurzanalyse des ISL!

Aktuelle Entwicklungen im Containerverkehrs- und Chartermarkt (Januar 2002) ( von Dr. B.Lemper, ISL)

Regelmäßig kommentiert das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) aktuelle Trends auf den Containerverkehrs- und Chartermärkten und bezieht dabei relevante Informationen aus den Bereichen Wirtschaft und internationaler Handel, Containerverkehr, Flotte, Schiffbau und Ordertätigkeit ein. Als Quellen für die verwendeten Zahlen dienen verschiedene Charterindizes (Howe Robinson, Clarkson und Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V.), internationale Organisationen (OECD, IWF), Flottendaten von Lloyd´s (LMIS) sowie ISL-eigene Datenbanken.

Silberstreif am Horizont?

Mit Beginn des neuen Jahres stellen sich auch eine Reihe positiver Meldungen ein. Zwar bleibt die Lage in den meisten Schifffahrtsmärkten und auch in der Containerschifffahrt schwierig, da die Flotte weiter wächst und die Nachfrage nach wie vor nur sehr verhalten zunimmt, aber es gibt vermehrte Anzeichen für eine anstehende wirtschaftliche Erholung und für eine Bodenbildung in den Chartermärkten.

Nach aktuellen Zahlen ist die Flotte der Vollcontainerschiffe im abgelaufenen Jahr 2002 um 13,2 % gewachsen. Laut Lloyd´s gab es damit am 1.1. 2002 weltweit 2.749 Schiffe mit rund 5,3 Mio. Stellplätzen. Das aktuelle Orderbook der Werften enthält weitere 396 Einheiten mit 1,3 Mio. TEU, die in den kommenden drei Jahren zur Ablieferung kommen. Der Schwerpunkt des Flottenzuwachses liegt dabei im aktuellen Jahr, für das sich eine Steigerung der Kapazität um weitere 13 % abzeichnet.

Erstmals werden im Orderbook von Lloyds auch Schiffe mit mehr 10.000 TEU aufgeführt. Auch wenn offizielle Bestätigungen fehlen, wird allgemein davon ausgegangen, dass die letzten 6 Bestellungen von Maersk auf der eigenen Werft diese Grenze überschritten haben dürften. Allerdings ist die Aktivität im Hinblick auf zusätzliche Bestellungen auch weiterhin sehr gering, so dass ab dem Jahr 2003 ein deutlich geringerer Flottenzuwachs zu erwarten ist. Hinzu kommen die Potenziale für Verschrottungen von Kapazitäten, die sich aufgrund der Altersstruktur der Flotte inzwischen ergeben.

Hinsichtlich der globalen Wirtschaftsentwicklung gibt es zwar keinerlei umfassende neue Prognose, aber die Pressemeldungen deuten auf eine Trendwende in den USA und auch in Deutschland ab dem 2. Quartal 2002 hin. Zwar lässt sich mit diesen wirtschaftlichen Aussichten noch keine schnelle Trendwende auf den Chartermärkten begründen, aber es wird immer wahrscheinlicher, dass das in den letzten Berichten an dieser Stelle vertretene Szenario einer beginnenden Erholung auf den Chartermärkten ab Ende diesen, Anfang kommenden Jahres eintritt.

Chartermärkte – Talfahrt gebremst

Erstmals seit dem Frühjahr letzten Jahres können für die Chartermärkte positive Entwicklungen verzeichnet werden. Nachdem in den Monaten zuvor noch eine Fortsetzung des dramatischen Niedergangs der Chartermärkte zu beobachten war, kam dieser Trend im Januar in vielen – vor allem den kleineren – Größenklassen zum Stillstand und es konnten sogar leichte Steigerungen von Charterraten beobachtet werden.

Das spiegelt sich auch im Charterindex von Howe Robinson wider. Nachdem dieser mit Flottenstrukturen gewichtete Gesamtindex in der ersten Januarhälfte weitere 14 Punkte oder 3 % verlor, stieg er Ende Januar innerhalb einer Woche um mehr als 1 %. Zwar befinden wir uns in fast allen Größensegmenten immer noch auf einem historisch niedrigen Niveau, aber es zeichnet sich ab, dass der Boden in vielen Fällen erreicht ist. Das bedeutet allerdings nach Ansicht des ISL nicht, dass sich nunmehr eine steiler Wiederanstieg der Raten vollziehen wird. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich über die kommenden Monate im wesentlichen eine Seitwärtsbewegung der Raten zeigen wird.

Begründet ist dies in der weiterhin hohen Ablieferung neuer Tonnage, die auch durch mögliche Verschrottungen auf keinen Fall in ein dem Markt angemessenes Maß korrigiert werden kann. Auf der anderen Seite sind die Trampreeder an der Grenze dessen angelangt, was sie zu tragen in der Lage sind. Die aktuellen Chartern decken nur noch die Betriebskosten mit maximal einem Deckungsbeitrag für die Kapitalkosten. Sollten die Raten weiter fallen, ist mit Stilllegungen von Kapazitäten zu rechnen.

Schiffe oberhalb von 3.000 TEU

Auch wenn der Chartermarkt insgesamt im Januar positive Trends aufwies, ist dies für die Schiffe der Größenklasse oberhalb von 3.000 leider nicht festzustellen. Allerdings war der Rückgang wie schon im Vormonat deutlich geringer als noch im Oktober oder November. Nach Clarkson verlor der Index für Containerschiffe mit einer Stellplatzkapazität von 3.500 TEU ohne Ladegeschirr im Januar ebenfalls US$ 500 und liegt nunmehr bei US$ 9.500 je Tag. Damit sind die aktuell zu erzielenden Raten etwa zwei Drittel niedriger als im Sommer 2000, als sie noch bei US$ 27.000 pro Tag lagen. Seit Januar 2002 hat auch Howe Robinson diese Größenordnung von Schiffen in den Index und die Berichterstattung aufgenommen. Auch hier liegen die Raten in dem von Clarkson gemeldeten Bereich.

Schiffe von 2.000 bis 3.000 TEU

Die Raten im Segment der Vollcontainerschiffe mit nominalen Stellplatzkapazitäten von 2.000 bis 3.000 TEU (ca. 1.500 - 2.300 TEU bei homogener Beladung mit 14 t/TEU) haben von den positiven Tendenzen im Januar noch überhaupt nicht profitieren können. Sie haben seit dem Dezember nochmals deutlich nachgegeben. Alle verfügbaren Indizes für Schiffe innerhalb dieser Größenklasse weisen einen Verlust von zum Teil deutlich mehr als 10 % gegenüber dem Stand vom Dezember auf. Howe Robinson weist allerdings für die unteren und mittleren Klassen dieses Segments in der letzten ausgewiesenen Woche für Januar bereits eine leicht positive Entwicklung aus. Wie bereits erwähnt, wäre es voreilig, dies bereits als Trendwende zu bezeichnen, aber die Abwärtsbewegung scheint gebremst.

Schiffe um die 1.700 TEU

Erfreulich positiv sind die Meldungen für Vollcontainerschiffe in der Größenklasse 1.000 - 2.000 TEU (entsprechend rd. 600 - 1.300 TEU bei gleichmäßiger Beladung mit Containern von 14 t Gewicht) im Januar. In allen erfassten Indexreihen für Einheiten in diesem Teilsegment war in den letzten Januarwochen ein positiver Trend zu verzeichnen. Howe Robinson weist für mittlerweile 4 erfasste Klassen innerhalb von 2 Wochen einen Anstieg um 1 bis 5 % aus. Allerdings war in den ersten beiden Wochen des Jahres noch ein deutlicher Rückgang zu beobachten, so dass die aktuellen Raten nur in einem Fall über dem Niveau von Ende Dezember liegen. Bei Clarkson ist das Bild noch deutlich positiver. Sowohl für die Klasse 1.000 TEU als auch für die 1.700er Klasse werden absolut gegenüber dem Dezember deutliche Zuwächse ausgewiesen. Danach waren im Januar für ein Containerschiff mit 1000 Stellplätzen und eigenem Ladegeschirr durchschnittlich US$ 5.900 pro Tag zu erzielen, nachdem der Wert noch im Dezember bei US$ 5.200 gelegen hatte. In der Klasse der Schiffe um 1.700 TEU (mit Geschirr) ist der Anstieg mit gut 5 % gegenüber dem Dezember zwar nicht ganz so hoch, aber nach den schlechten Erfahrungen in den Monaten zuvor immer noch beachtlich.

Schiffe von 500 bis 1000 TEU

Was schon für die Klasse zwischen 1.000 und 2.000 TEU gesagt wurde, kann auch in dieses Segment übertragen werden. Einheiten der Klasse von 500 - 1.000 TEU (ca. 300 - 600 TEU bei homogener Beladung mit 14 t/TEU) konnten im Januar bei neuen Abschlüssen bis zu 14 % höhere Raten erzielen als noch im Dezember. Laut Howe Robinson ließen sich Ende Januar für Schiffe mit 580 Stellplätzen und eigenem Ladegeschirr rund US$ 4.800 je Tag erzielen – im Vergleich zu US$ 4.200 Ende Dezember. Bei den kleineren 510-TEU-Einheiten ohne Geschirr war der Anstieg deutlich geringer. Nachdem Anfang Januar zunächst noch ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, gab es Ende des Monats einen Anstieg um 3 % innerhalb von 2 Wochen. Im Monatsmittel gibt Clarkson für 725-TEU-Schiffe einen Zuwachs um knapp 6 % an.

 

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