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Die ausführliche Kapitalanlage Meldung

Alles Banane, oder ?

Über die MPC Reefer-Flotte

Vorbemerkung zu dem nachfolgenden langen Text!

In der aktuellen Juni-Ausgabe der Zeitschrift HANSA haben wir einige Ausführungen zum aktuellen Angebot des Emissionshauses MPC Münchmeyer Petersen Capital AG, Reefer-Flotte, geschrieben. Herr Ulrich Oldehaver, Vorstand der MPC AG hat uns unmittelbar nach der Veröffentlichung eine sehr ausführliche Antwort auf unseren Kommentar geschrieben, die wir im Anschluß an unseren Kommentar gern veröffentlichen möchten, weil sie interessante Aspekte und Informationen zum Markt der Kühlschiffe beinhaltet. Unser Fazit aus dieser sehr sachdienlichen Diskussion ist die Vorstellung des Angebotes an dieser Stelle.

Wir geben aber trotzdem zu bedenken, daß es sich bei dem Kühlschiffsmarkt um ein Nischenprodukt handelt, dass u.E. nur für Anleger geeignet ist, die sich der Risiken eines solchen Angebotes in vollem Umfang bewußt sind! Nur an solche Anleger kann unseres Erachtens das Angebot gerichtet sein! Wir legen Wert auf diese Feststellung!

Ceterum censeo... Michael Rathmann kommentiert: alles Banane, oder?

(erschienen in HANSA International Maritime Journal, Juni 2006, Seite 54)

Der Markt der Kühlschifffahrt war in den letzten Jahren großen Veränderungen ausgesetzt, die aus der schrumpfenden Flotte an Kühlschiffen und aus Fusionen der Marktteilnehmer resultierten. Beides führte zu einer Verknappung der Tonnage, mit der Folge einer erfolgreichen Entwicklung der Raten in den letzten 4 bis 5 Jahren. Aktuell kann der Markt für Kühlschiffe durchaus als profitabel angesehen werden. Viele Argumente sprechen für diesen Markt und seine Zukunft, aber gleichzeitig sollten verschiedene Argumente bei der Beurteilung des Marktes nicht außer Acht gelassen werden.

Der ständig wachsende Grad der Containerisierung des Ladungsaufkommens ist dabei der wesentliche Wettbewerbsfaktor, der Einfluß auf die Kühlschifffahrt nimmt. Dies zeigt sich insbesondere bei weniger sensibel zu behandelnder Ladung wie Tiefkühlfisch oder - Fleisch.
Aus diesem Grund ist sicherlich kaum davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit Kühlschiffe in größerer Zahl gebaut werden. Das Gegenteil wird der Fall sein, weil auf Grund mangelnder Baukapazitäten auf den wenigen Werften, die qualifiziert genug sind, diesen Schiffstyp in entsprechender Güte zu bauen und weil weiterhin, bedingt durch die steigende Zahl Verschrottungen in dieser Assetklasse, eine Verringerung in der Kühlschiffstonnage zu erwarten ist.

Wenn dann noch das von der OECD prognostizierte Wirtschaftswachstum, Tendenz weiterhin deutlich steigend, in den Industrieländern genau wie in den Entwicklungs- und Schwellen-ländern zu einem weiteren Anstieg der auf See transportierten Kühlladung führen, was liegt da näher, als einen Fonds mit Kühlschiffen aufzulegen? Im Prinzip gar nichts!

Diesem Gedanken folgend hat ein großes Emissionshaus einen großen Fonds mit Kühlschiffen aufgelegt, der mich bei näherer Betrachtung zu einigen kritischen Überlegungen veranlasst hat. Die Idee dieses Fonds ist gut, die konsequente, anlegerorientierte Durchführung dieser Idee ist jedoch bei einigen Punkten ins Hintertreffen geraten.

Wie so oft in den letzten Jahren fallen bei diesem Angebot zwei Dinge sofort ins Auge. Verhältnismäßig teuere Schiffskaufpreise stehen einer garantierten Charter gegenüber, die ebenfalls nicht gerade gering angesetzt ist. Diese Charter ist, ausgehend von den zuletzt erreichten Chartern in der zweiten Jahreshälfte 2005, auf einer sehr hohen Basis für 5 Jahre garantiert und die Anschlußchartern nach dem Auslauf der Garantie sind sehr ambitioniert gerechnet, aber macht das wirklich Sinn?

Seit Mitte der 1990er Jahre bis zum Jahr 2000 befanden sich die Charterraten in der Kühlschifffahrt deutlich im Rückzug. Erst seit Beginn der 2000er befinden sich die Charterraten wieder in einem Aufwärtstrend auf Grund der gestiegenen Nachfrage nach Kühlschiffen. Die eingangs erwähnten Fusionen bei den Marktteilnehmern der Kühlschifffahrt in den Jahren 2002 bis 2005, die wirtschaftliche Entwicklung in der Schifffahrt allgemein und die Entwicklung völlig neuer Handelsrouten, deren Bedarf erst entdeckt wurde, haben zu der Erholung der Frachtraten beigetragen. Doch schauen wir mal etwas differenzierter über den Markt!

Bei Kühlschiffen wird die Frachtrate in USD-Cent pro Kubikfuss (cbft) Laderaumvolumen pro 30 Tage ausgehandelt. Diese Raten variieren und sind u.a. abhängig von der Größe und der Geschwindigkeit des Kühlschiffes. Bei neueren Kühlschiffen ist zudem die Container-kapazität der an Deck zu transportierenden Container ausschlaggebend für die Höhe der Charterrate.

In den letzten 10 Jahren kam die Charterrate im Spotmarkt im Segment der Kühlschiffe über 450.000 cbft von 63 Cent pro Kubikfuß Ladevolumen im Jahr 1996 auf einen sehr niedrigen Stand in den Jahren 1998 bis 2002. In diesem Zeitraum bewegten sich die Raten bei 37 - 39 USD-Cent/cbft. Erst ab dem zweiten Halbjahr 2002 zog der Markt wieder an und erreichte in 2005 wieder USD-Cent 65/cbft. Im 10-jährigen Mittel betrachtet errechnet sich eine Durchschnittsrate von USD-Cent 48,1/cbft.

Im Bereich der Zeitcharterraten für das gleiche Kühlschiffssegment entwickelten sich die Raten von USD-Cent 73/cbft im Jahr 1996 über USD-Cent 55/cbft im Jahr 2001 bis zu USD-Cent 77/cbft im Jahr 2005. Im 10-jährigen Mittel betrachtet errechnet sich daraus eine Durchschnittsrate von USD-Cent 66,4/cbft

Die Garantierate, die vertraglich fixiert ist, ist schon sehr ambitioniert kalkuliert, liegt sie doch bei USD-Cent 85 bzw 86/cbft. Da sich die Schifffahrt in den letzten 10 Jahren immer in Zyklen auf und ab bewegt hat, ist hier der 10 Jahresdurchschnitt ein probates Mittel für einen Vergleich. Einschränkend muß man aber betonen, dass die Zyklen in der Containerschifffahrt deutlich kürzer sind als bei den Kühlschiffen.

Im Anschluß an die garantierte 5-Jahrescharter wird noch viel sportlicher mit einer Rate für die gesamte Restlaufzeit von USD-Cent 78,5 bzw. 79,5 kalkuliert. Mit diesem Ansatz könnten sich aber Probleme auftun, die momentan gar nicht vorhersehbar sind. Der hohe Ansatz der garantierten Charter ist nicht weiter verwunderlich, weil die sehr optimistische Charterrate in den Kaufpreis der Schiffe eingepreist ist.

Einige der Schiffe waren noch vor Jahresfrist für Preise zu haben, die rd. 20%-30% unter dem endgültigen Verkaufswert im Angebot waren! Eine wunderliche Vermögensmehrung, die die Charterrate erklärt! Ein Risikopotenzial liegt in der kalkulierten Anschlußcharter, was dem Anleger nicht zu wünschen ist. Eine weitergehende zyklische Entwicklung birgt die Gefahr einer deutlichen Verringerung der Charterraten, wie es aus der 10-Jahresbetrachtung ersichtlich ist.

Ein weiteres sehr probates Mittel im Feintuning sind die kalkulatorischen Annahmen für die Schiffsbetriebskosten. An dieser Stelle sind natürlich der Zielrechnung Tor und Tür geöffnet. Nach Rücksprache mit einigen Marktteilnehmern ergaben sich Ansätze für Schiffsbetriebs-kosten ohne Dockungskosten bei Schiffen mit rd 465.000 cbft Ladevolumen von USD 4.500/Tag. Die im Prospekt kalkulierten Schiffsbetriebskosten von USD 3.912/Tag erscheinen dagegen sehr knapp kalkuliert zu sein. Immerhin ein Unterschied von rd. USD 215.000/p.a.! Auch dies ist sicherlich sehr ambitioniert gerechnet, weil abgesehen von den Dockungskosten, die separat berechnet sind, sehr hohe Kosten für den Ersatzbedarf in den Kühlanlagen (Rohrleitungen, Kühlmittel etc.) anfallen, die besser großzügig gerechnet werden sollten.

Auch im Bereich der sog. weichen Kosten wurde nicht kleinlich gerechnet, weil vom gesamten Fondsvolumen ein Betrag von EUR 40.037.850,-- für Provisionen ausgegeben wird. Umgerechnet auf das eingezahlte Kommanditkapital entspricht dies einer Quote von 27,64 %.

Sehr gut gelöst ist die Behandlung der Kaufoption nach 8 Jahren. Der Kaufoptionspreis ist so bemessen, dass die Resthypothek davon abgelöst werden kann und der Anleger sein eingesetztes Kapital zurück bekommt. Doch diese Option wird nur zur Ausübung gelangen, wenn sich der Markt für Kühlschiffe in dem Maße weiter positiv entwickelt, wie er es in den letzten Jahren getan hat.

Die Idee dieses Fonds mit Kühlschiffen ist exzellent, einzig die Durchführung hätte verbessert werden können, wenn einige der o.g. Überlegungen zur Sicherheit in die Prospektierung einbezogen worden wären. So bleibt nur die Hoffnung auf eine positive Entwicklung der Kühlschifffahrt.

Ein genereller Aspekt ist auffällig geworden, seit es Emissionshäuser in Form der Aktiengesellschaften gibt. Die Gefahr, dass eine gute Konzeptionsidee im Interessenkonflikt zwischen dem Anleger in der Schiffsemission und dem Aktionär des Emissionshauses zerrieben wird, besteht latent. Es stellt sich deswegen die Frage, ob Emissionshäuser in Form der Aktiengesellschaft wirklich das non-plus-ultra sind. Die Antwort darauf liegt in der Beurteilung, wem gegenüber das Management verpflichtet ist. Die Gefahr besteht, dass dies der Aktionär sein wird, obwohl das Emissionshaus dem Anleger gegenüber vielmehr in der Verpflichtung steht, doch das kann schnell in Vergessenheit geraten.

 

Hier die Antwort von Herrn Ulrich Oldehaver, Vorstand der MPC AG:

Sehr geehrter Herr Rathmann,

zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken, für den grundsätzlich erfrischend anderen Stil der Journalistik in unserer Branche, mit dem Sie in der HANSA verdeutlichen, dass Kompetenz auch ohne Polemik und Polarisierung auskommen kann. Natürlich hat mich der Kommentar über die Offen Flotte noch mehr gefreut als über die Reefer, aber auch Letzteren kann man durch die abgewogene Art akzeptieren und Ihre Meinung nachvollziehen und respektieren. Bitte erlauben Sie mir dennoch im Nachfolgenden kurz, Ihnen ein paar Denkanstöße in eine etwas andere Richtung zu geben. Nicht um Sie zu bekehren oder irgendwo ein besseres Statement zu erhalten, sondern um Ihre geschätzte Meinung eventuell um eine weitere Perspektive zu ergänzen.

Zunächst einmal war das Lesen des Artikels für mich wie eine kleine Zeitreise, da Herr Dobert ca. 1997, mit etwas weniger Sachverstand aber gleicher Grundargumentation, unsere damaligen sechs Reefer Einkäufe von der Hamburg Süd kritisiert hat. Diese Schiffe waren schlussendlich für die Anleger ein absoluter, wirtschaftlicher Totalerfolg, noch deutlich über den "zu optimistischen" Prospektprognosen. Die Fonds haben bei einer Gesamtlaufzeit von rund 7 Jahren zwischen 13% und 16% netto IRR erwirtschaftet und auch beim tatsächlichen Vermögenszuwachs erheblich Freude bereitet. Allesamt haben allein beim Verkaufserlös deutlich über 100% der Zeichnungssumme zurück geführt und hätten wir noch etwas mehr Mumm gehabt und diese Schiffe noch zwei bis drei Jahre länger gehalten, hätten die Renditen sämtlichst über 20% gelegen.

Ihre Kernargumentation gegen den Fonds kann man glaube ich wie folgt zusammenfassen: "Die Kalkulation der Chartern liegt deutlich über dem Schnitt der letzten 10 Jahre und ist damit zu hoch und die Schiffe damit q.e.d. zu teuer." Meine eigentliche Anmerkung möchte ich daher mit zwei Analogien einleiten:

Der durchschnittliche Wochenschlusskurs des Deutschen Aktienindex DAX lag in den zehn Jahren vom 01. Juni 1986 bis 31. Mai 1996 bei 1.676 Punkten. Am 03. Juni 1996 lag der DAX Schlusskurs bei 2.532 Punkten, also 51% über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Wer nun ausschließlich dieser Erkenntnis folgend keine Aktien kaufte oder alle Aktien verkaufte verpasste einiges. Der durchschnittliche Wochenschlusskurs der folgenden 10 Jahre bis Mai 2006 lag bei 4.660 Punkten, also um 84% höher als der Durchschnitt der zehn Jahre zuvor. Heute stehen wir wieder vor der Entscheidung und der DAX ist noch einmal 21% höher, nämlich bei 5.650 Punkten.

Der durchschnittliche Ölpreis betrug zwischen 01.Juni 1994 und 31.Mai 2004 genau 21,71 US-$/barrel. Der Ölpreis am 03. Juni 2004 lag bei 39,95 US-$/barrel. Bei ausschließlicher Betrachtung des Durchschnitts der vorherigen zehn Jahre also 84% höher und damit natürlich viel zu teuer. Gestern stand die gleiche Sorte Öl bei 69,95 US-$ und wir wissen, dass dies weder der bisherige Höchststand war, noch gewesen sein wird.

Diese Beispiele, die sich um unendliche viele andere Waren, Güter und Asset Klassen erweitern ließen sollen nur eines verdeutlichen: wenn ich Aussagen über die Zukunft treffen will, macht ein statistischer Blick in die Vergangenheit absolut Sinn, aber nicht ohne eine Einordnung in das aktuelle Gesamtbild und Umfeld.

Daraus ließe sich zumindest die Berechtigung herleiten nicht nur den letzten Zehnjahresdurchschnitt zu betrachten, sondern zwei Fragen zu stellen:

1. Was sind die Unterschiede der Fundamentaldaten von heute im Vergleich zu denen der letzten zehn Jahre?

2. Was sehe ich, wenn ich gar nicht zurück, sondern nur von heute nach vorne blicke?

Keine der beiden Antworten sollte allein für ein Gesamtbild entscheidend sein, ebenso wenig wie die ausschließlich statistische Betrachtung.

Wenden wir uns den Fragen nacheinander zu. Was sind die Unterschiede zu den Fundamentaldaten von heute, im Vergleich zu denen, die den Marktdurchschnitt der letzten 10 Jahre geprägt haben. In den Jahren von 1990 bis 1995 standen jährlich 83 Neubestellungen für Reefer Schiffe in den Orderbüchern der Werften und kamen, durch die insgesamt geringen Auslastungen der Werften, auch jeweils zügig zur Ablieferung. Das waren über viele Jahre rund 10% des Flottenbestands, bei einem sehr moderaten Nachfragewachstum und im historischen Vergleich geringen Verschrottungen. So entstand eine große, moderne Reeferflotte, deren Durchschnittsalter zu Beginn der letzten zehn Jahre bei rund 9 Jahren lag. Es gab eine kleinteilig verzettelte Eigentümerstruktur, die einer eher oligopolistischen Nachfragestruktur gegenüberstand. Da die Konkurrenzsituation hoch war, die Nachfrage nur moderat Anstieg und auf Seiten der konzentrierten Nachfrager zusätzlich mit dem vermehrten Aufkommen von Kühlkapazitäten auf Containerschiffen die Panik vergrößert wurde, waren die Raten extrem schwach.

Was haben wir im Vergleich dazu heute für eine Situation? In den letzten 5 Jahren waren durchschnittlich 8 Schiffe in den Orderbüchern. Die Werftkapazitäten für Reefer sind in den letzten 10 Jahren dramatisch gesunken. Die Flotte ist von ihrem Bestand 1996 um 14% geschrumpft. Das Durchschnittsalter der Flotte liegt bei 18 Jahren und viel wichtiger ist, dass 287 Schiffe älter als 20 Jahre und 109 Schiffe bereits älter als 25 Jahre sind, es aber praktisch kaum Neubestellungen gibt. Warum gibt es keine Neubestellungen? Als die Reefer Reeder die Talsohle der Konsolidierung ihrer Überbauung der letzten 10 Jahre durchschritten hatten stellten sie fest, dass es kaum noch Werftkapazitäten für Reefer Schiffe gibt und die die es gibt sind teuer und bis Mitte 2010 ausgelastet. Die jetzt bestellten Reefer brauchen eine Charterrate von 95 cent/cft um sich zu rechnen. Jetzt auszulösende Neubestellungen für Ablieferung Mitte 2010 brauchen über 1 US-$. Da ist die Frage nicht, wieso werden so wenig bestellt, sondern was erwarten die Marktteilnehmer für eine Entwicklung, die jetzt immerhin 11 Schiffe bestellt haben? Gleichzeitig ist in den letzten Jahren die Nachfrage überproportional gestiegen und hat auch z.B. durch die Öffnung und Entwicklung des ehemaligen Ostblocks einen ungeahnten Boom erfahren, der erst in den letzten 1,5 bis 2 Jahren überhaupt erst beginnt richtig Wirkung zu zeigen. Nur ausschließlich das Wachstum der Bananennachfrage in Russland (Anlieferung aus Ecuador - eine für Containerschiffe ganz unattraktive Route) der letzten zwei Jahre hat zu einer Nachfrage Erhöhung von 18 großen Reeferschiffen oder rund 3% Nachfragewachstum auf die Reefer Weltflotte geführt. Weitere neue Nachfrager folgen und nach der Banane wollen diese Menschen als nächstes Fisch, dann Zitrusfrüchte, Kernobst und tropische Früchte konsumieren, eine seit vielen Jahrzehnten bekannte Nachfrageentwicklung. Gleichzeitig ist es durch die Entwicklung der letzten zehn Jahre zu einem erheblichen Konzentrationsprozess auf der Angebotsseite gekommen. So konzentriert Seatrade beispielsweise über 50% des gesamten europäischen Bananenimports und hat insgesamt rund 30% Marktanteil an der weltweiten Kühlschifffahrt.

Wenn Sie nur diese Fakten gegenüberstellen, stellt sich doch die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist die durchschnittlichen Raten der letzten zehn Jahre - die Sie im Übrigen extrem nach unten und auf jeden Fall unter den Durchschnitt der Auffahrergebnisse des Seatrade Pools gerechnet haben - als Referenz für die jetzigen Charteransätze heranzuziehen.

Verlassen wir mal für einen Moment gänzlich die Vergangenheit und schauen nur von heute in die Zukunft. Dann ergibt sich folgendes Bild:

* Heute übersteigt die Nachfrage nach Reefer Schiffen das Angebot, der Grund dafür, dass die Raten auf ihre neuen Höchststände geklettert sind
* Die heutigen Poolraten bei Seatrade liegen über unserer garantierten Mindestrate und deutlich über unseren kalkulierten Anschlussraten
* Die Nachfrage steigt weiter, konservativ zwischen 3% und 6%. Ein vergleichbarer Trend in China, wie wir ihn derzeit in den ehemaligen Sowjetrepubliken erleben würde die Raten explodieren lassen. In China gibt es heute eine konsumierende "Mittelschicht", die für eine solche Nachfrage zur Verfügung stünde von etwa einer Million Chinesen. Es wird erwartet, dass diese Gruppe innerhalb der nächsten 10 Jahre auf über 280 Millionen anwächst.
* Während die Nachfrage weiter steigt, geht das Angebot weiter zurück. Selbst bei der Annahme, dass sich das Niveau der Neubauaufträge verdoppeln wird, werden wir in fünf Jahren eine um mindestens 10% reduzierte Flottenkapazität haben.
* Es gibt heute schon Berechnungen, dass im Jahr 2010 die Transportkapazität aller Reefer plugs auf allen bestehenden und noch zu liefernden Containerschiffen plus der Gesamtbestand an Kühlschiffen eine Unterdeckung an der Gesamtkühltransportnachfrage von etwa 10 Millionen Tonnen jährlich zurücklassen wird.
* Die Kapazität Kühlschiffe zu bauen ist in den letzten zehn Jahren deutlich zurück gegangen. Billiglohnländer haben gar kein Interesse daran, weil der Stahlverbau zu niedrig zu den Gesamtkosten ist und sich damit kein Preisvorteil durch billige Arbeitskräfte erzielen lässt. Die Neubaupreise fordern ein Ratenniveau, welches etwa 20% über unseren Prospektannahmen liegt.
* Die Erfahrung hat sich durchgesetzt, dass der Kühlcontainer für einige Ladungsarten kein Ersatz für das Kühlschiff ist. Nicht nur, dass er wesentlich teurer ist, sein eigentlicher Vorteil der Effizenzsteigerung greift nicht, sondern das Gegenteil tritt ein. So werden bestimmte Ladungsgüter, allen voran die Banane, Fisch und bestimmte Obstsorten auch in Zukunft primär, zum Teil fast ausschließlich in Reefern transportiert werden. (Dies allein könnte noch einige e-mail Seiten füllen, so dass ich bei Bedarf gern ein Gespräch zwischen Ihnen und erfahrenen Marktteilnehmern initiiere)
* Die Angebotsseite ist extrem oligopolistisch, in einigen Segmenten und Märkten fast monopolistisch organisiert und wird in der Lage sein, den wachsenden Nachfrageüberhang in entsprechende Preissteigerungen umzusetzen.


Auch dieser Blick verdeutlicht, warum wir durchaus extrem gute Chancen sehen, dass es nicht bei den prospektierten "Mindestergebnissen" bleibt, sondern dass wir in diesem Fonds ein erhebliches Zusatzertragspotenzial sehen.

Last but not least sei noch angemerkt, dass der Anleger bereits dann einen positiven Totalerfolg seiner Anlage erzielt, wenn er nur die von Ihnen berechnete, durchschnittliche Zeitcharterrate der letzten zehn Jahre erzielt. Sein Chancen-/Risikoprofil mithin also ausgesprochen positiv zu bewerten ist.

Die e-mail ist lang geworden, aber ich hoffe es sind trotzdem ein paar interessante Anregungen für Sie dabei.

Mit den allerbesten Grüßen

Ihr Ulrich Oldehaver

 

Bitte machen Sie sich selbst ein Bild von diesem Angebot! Aus diesem Grund haben wir Ihnen nachfolgend den Emissionsprosekt und den Zeichnungsschein als PDF-Datei zum Download bereitgestellt!

 

Den Hauptprospekt zum Beteiligungsangebot MPC-Reefer-Flotte finden Sie hier zum Download!

Den Zeichnungsschein zum Beteiligungsangebot MPC-Reefer-Flotte finden Sie hier zum Download!

 

 

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