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Die ausführliche Kapitalanlage Meldung

Wenn Deutschlehrer rechnen, Herr Eichel?!


Entgegen sämtlicher Planungen bringt der Kampf gegen die berüchtigten Steuerschlupflöcher kein Geld in die Kassen - im Gegenteil: Er kostet Milliarden !

Nach unseren Kenntnissen ist Herr Eichel, derzeitiger Finanzminister, eigentlich Deutschlehrer von Beruf. Leider hat er sich mit seinen ministerialen Helfern auf das Schild geschrieben, die sogenannten Steuerschlupflöcher, ganz im Sinne seines Kanzlers zu schließen. Mit der Schaffung des § 2 b EStG war dies vermeintlich geschafft. Aber das Gegenteil ist der Fall.

In einer speziellen Studie zum Thema § 2 b EStG und dessen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft und insbesondere auf den Arbeitsmarkt kommt das RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) in Essen zu einem vernichtenden Ergebnis.

DM 500 Mio. zusätzliche Einnahmen sollte die Einführung des § 2 b EStG dem Fiskus in die Kassen einspielen, aber den Mehraufwand von DM 1.150 Mio., den der Staat aus dieser Maßnahme hat, hat Herr Eichel nicht bedacht. Kurzsichtig, wie so oft bei solchen und ähnlichen Entscheidungen wurde nur der Nutzen gesehen, nicht der Schaden. (Die Zahlenangaben gelten pro Jahr)

Das RWI, unter Führung des Projektleiters Dr. Hans-Dietrich von Loeffelholz, hat mit Hilfe einer sog. Input-Output-Analyse die Folgekosten des § 2 b EStG analysiert. In einem Telefonat rügte der Projektleiter insbesondere, daß das Bundesfinanzministerium bei der Berechnung der Mehreinnahmen die gesamtwirtschaftlichen Wirkungen vernachlässigt hat. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse dieser Studie kritisierte von Loeffelholz die Einnahmenschätzung des Finanzministers als viel zu optimistisch.

Die Mehreinnahmen von DM 500 Mio. werden allein schon durch die niedrigeren Steuerzahlungen von Arbeitern, Technikern, Architekten und Ingenieuren, die durch die verminderte Auftragslage als Folge des § 2 b EStG, sowie die erheblichen Einbußen im Bereich der Mehrwert- und Gewerbesteuer mehr als nur kompensiert. Ferner fallen die Gewinne der Unternehmen, die an den Projekten beteiligt sind, also Emissionshäuser und der gesamte Bereich der Unternehmen, die an der Realisierung eines Projektes beteiligt sind, wesentlich geringer aus.

Dies ist Geld, das in Eichels Kasse fehlt.

Doch damit nicht genug, auf weitere DM 400 Mio. belaufen sich nach den RWI-Berechnungen die Ausfälle in den Bereichen der Sozialversicherungs- beiträge, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei vollen Auftragsbüchern in die Sozialkassen zahlen. Ferner erhöht der Mangel an Investitionen die Arbeitslosig- keit, mit der Folge, daß das RWI allein die Erhöhung der Arbeitslosengelder auf ca. DM 250 Mio. veranschlagt.

Resignierend resümiert von Loeffelholz, daß solche gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen bei der Schätzung von von Mehr- oder Mindereinnahmen regelmäßig vernachlässigt werden, und das Paket um den § 2 b EStG ist nur eine von über 80 Änderungen in der Steuerreform.

Wenn diese Änderungen ähnlich schlecht durchdacht sind, wie die Auswirkungen des § 2 b EStG, dann wird die rot-grüne Regierung sehr bald in Erklärungs- notstand geraten.

Früher gab es ein Sprichwort für alle, die ihr eigentliches Berufsbild verließen:

"Schuster, bleib bei deinem Leisten"

Aber selbst diesem Grundsatz hat Herr Eichel als ehemaliger Deutschlehrer den Rücken gekehrt, denn wie anders ist es zu verstehen, daß ein Begriff wie: "NICHTAUFGRIFFSGRENZE" Einzug in die deutsche Sprache finden konnte. Dies ist einer der unsinnigen Begriffe, die im Entwurf des Anwendungschreibens zum § 2 b EStG verwendet werden. Dieses Wort hat große Chancen, zum "UNWORT" des Jahres gewählt zu werden.

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