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Die ausführliche Kapitalanlage Meldung

Sind die Banken die größten Vermögensvernichter in Deutschland ?

Mit dieser sehr provokanten Fragestellung haben wir Ende 1997 im Rahmen eines Mailings ein Schreiben an unsere Kunden verschickt. Die Antwort auf unsere Fragestellung damals haben wir in dem Schreiben selbst gegeben.
Es war ein eindeutiges " JA " !

Die Antwort basierte auf einschlägigen Erfahrungen, die wir mit Banken im Bereich der Anlageberatung gemacht haben. Bankangestellte, die im Sektor Anlage- beratung tätig sind, müssen im Rahmen ihres Arbeitsverhältnisses Kapitalanlagen ihres Arbeitgebers vertreiben, ohne Rücksicht auf die Qualität des Angebotes. Sich auch mit Produkten anderer Anbieter auseinander zu setzen oder diese gar anzubieten, kommt mangels finanziellen Interesses des Arbeitgebers nicht in Betracht. Wer aber völlig unkritisch Produkte vertreibt, weil er sie vertreiben muß, der ist nicht in der Lage, sich kritisch mit den Bedürfnissen des einzelnen Kunden zu beschäftigen! So lautete unser damaliges Fazit:

"Es gibt Anlageberater, die sind auf Ihre Provisionen angewiesen und es gibt Anlageberater, die ihre Provisionen verdienen" !

Die Stiftung Warentest hat sich der Problematik in diesem Frühjahr (2000) angenommen (das ist allerdings nicht unser Verdienst) und kommt zu dem vernichtenden Urteil:

"Gute Anlageberatung ist Mangelware"

Die Qualität der Anlageberatung der Banken und Sparkassen lässt stark zu wünschen übrig. Die Ergebnisse waren niederschmetternd und bestätigen unser Fazit des Mailings aus dem Jahr 1997.

Die Stiftung Warentest hat im Rahmen ihrer Zeitschrift FINANZTEST eine Untersuchung in 175 Geschäftsstellen von 25 verschiedenen Kreditinstituten durchgeführt . Die Testergebnisse werden in der Maiausgabe veröffentlicht.

Getestet wurden alle Großbanken, bedeutende überregionale Kreditinstitute und eine Auswahl der größten Sparkassen und genossenschaftlichen Banken. Besonders schlecht schnitten die Großbanken ab: die fünf mit "mangelhaft" bewerteten Institute sind die Commerzbank, die Hypo-Vereinsbank, die Postbank, die Berliner Sparkasse und als absolutes Schlußlicht die SPARDA-Bank Mainz .

14 Institute, darunter die Dresdner Bank, die Deutsche Bank 24 und die Hamburger Sparkasse kamen gerade noch mit einem blauen Auge davon und erreichten lediglich ein mageres "Ausreichend". Nur zwei von 25 Kreditinstituten erhielten in dem bundesweiten Test die Note "Gut": die Badische Beamten-Bank (BBB) und die Berliner Volksbank.

"Während sich die Zahl der Ratsuchenden quasi monatlich vergrößert, hat sich die Qualität der Beratung gegenüber vergangenen Jahren deutlich verschlechtert", sagte Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift "FINANZtest". Verantwortlich dafür seien in erster Linie nicht Anlageberater vor Ort, sondern die Unternehmensführungen. Denen sind laut Tenhagen "vor lauter Fusionsfantasien und Fusionsproblemen die normalen Kunden offenbar völlig aus dem Blick geraten".

Die Verbraucherschützer kritisierten insbesondere, dass die Banken ihre Kunden einfach allein ließen. Auf individuelle Fragen bekämen die Kunden häufig standardisierte, zum Teil aber auch gar keine oder sogar falsche Antworten. Statt einer Beratung werde der Anleger häufig vor die Qual der Wahl gestellt. Den Bedürfnissen der Anleger werde die Beratung deshalb nicht gerecht. Nicht einmal die wichtigsten Kundendaten wie verfügbares Einkommen, Kreditverpflichtungen und bisheriges Anlageverhalten würden erfasst. Hohe Risiken nicht erkannt!

Am vernichtenden Urteil der Stiftung Warentest über die Qualität der Anlageberatung der meisten Geldinstitute fällt das besonders schlechte Abschneiden der Großbanken auf. Die Testergebnisse sind ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Frankfurter und Münchner Geldriesen schon lange nicht mehr für die so genannten Kleinanleger interessieren. Commerzbank, Hypo und Co. konzentrieren sich lieber auf das Investmentbanking, von dem sie sich enorme Zuwachsraten versprechen, oder auf das Asset-Management, die Verwaltung von bedeutenden Vermögen.

Lieber heute als morgen würden sie die privaten Anleger auf ihre Direktbank- Töchter abschieben: Dort sind die Margen zwar geringer, dafür entfällt der lästige Beratungsaufwand völlig. Mit der peinlichen Panne, die der Dresdner Bank im Zuge der gescheiterten Fusionsverhandlungen mit der Deutschen Bank unterlief, Kunden mit einem Vermögen von weniger als 200 000 Mark zur Bank 24 zu komplimentieren, wurde im Grunde nur das ausgesprochen, was alle denken.

Das einzige was stört, ist der Kunde!

Die Großbanken stören sich daran, dass sie nur an dem Produkt, das sie verkaufen, verdienen. Die eigentlich anfallende Arbeit, die Beratungsleistung, sei kostenlos. Aus diesem Grund versuchen sie den Aufwand dafür auf ein Minimum zu reduzieren und überlassen die Kunden weitgehend sich selbst. Dabei unterliegen die Banker einem fatalen Trugschluss: Denn je besser die Beratung, desto intensiver und umsatzträchtiger wird auf lange Sicht die Kundenbeziehung.

Tenhagen kritisierte insbesondere, dass die riskante Schieflage des Depots eines Musterkunden, der zu Testzwecken in die Banken geschickt wurde, teils nicht erkannt, zumindest aber nicht thematisiert und schon gar nicht beseitigt worden sei. Auch habe es den Anschein gehabt, als sei das Computerzeitalter noch nicht angebrochen. Manchmal sei der Eindruck entstanden, dass der normale Kunde mit seinen Beratungswünschen "regelrecht vertrieben" werden solle. "Ein Anlage- volumen von 60 000 Mark ist offenbar nicht mehr groß genug, um eine seriöse Beratung von Seiten vieler Banken zu gewährleisten." Hinzu kommt, daß die meisten Berater in den Banken, trotz deutlich besserer Alternativen, nur hauseigene Produkte empfehlen. Aber die Berater sind selbst mit ihrer eigenen Produktpalette häufig überfordert.

 

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