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FondsMedia Studie belegt: Schiffsfonds: Hohe Renditen bei wenigen Flops

DVZ Nr. 16 / 7. Februar 2002-02-19

Schiffsfonds sind schon seit langem keine Exoten des grauen Kapitalmarktes mehr - deutsche Anleger haben seit 1990 immerhin rund 10 Mrd. EUR in 1200 Fonds investiert. Das von Beteiligungsexperten Anfang des Jahres in Hamburg neu gegründete Unternehmen FondsMediaGmbH hat deshalb in einer Studie untersucht, ob die Fonds das halten, was ihre Initiatoren versprechen: eine überdurchschnittlich hohe Rendite für den Anleger. Das Ergebnis ist weit überwiegend positiv.

Von FondsMedia unter die Lupe genommen wurden rund 150 Schiffsfonds, die zwischen 1994 und 1998 durch Verkauf der Schiffe aufgelöst worden sind. Über die Hälfte waren Containerschiffe und Mehrzweckfrachter, aber auch Ro/Ro-Frachter und Spezialtonnage für Schwergutfahrt sind berücksichtigt worden. Das untersuchte Investitionsvolumen beläuft sich auf insgesamt 4 Mrd. EUR.

Höchstbesteuerte Anleger erhielten bei einer Investition von 100 000 EUR innerhalb von acht Jahren im Schnitt etwa 150 000 EUR aus Steuererstattungen, Ausschüttungen und anteiligem Veräußerungserlös zurück. Bezogen auf die Nominalbeteiligung ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Kapitalüberschuss von 6 Prozent jährlich.

"Die Performance-Analyse anhand der Rendite bezogen auf das gebundene Kapital ergibt ein rosiges Bild", unterstreicht Peter Kastell. Im Markt für Schiffsfonds wird die Rendite ohnehin in aller Regel nach der Methode des Internen Zinsfußes ermittelt. Der Marktdurchschnitt lag in der Vergangenheit bei immerhin 30 Prozent jährlich. Allerdings schwanken die Ergebnisse im Schnitt um über 40 Prozent.

Acht Fonds erwiesen sich als Flop für die Anleger. Die "schlechtere Hälfte" der Fonds weist eine niedrigere Rendite von knapp 11 Prozent jährlich aus. "Durch den Bezug auf die zeitliche Kapitalbindung sind die Ergebnisse der Schiffsfonds nicht mit anderen Investitionen - wie etwa Investmentfons - vergleichbar", hebt Kastell hervor. Hinzu komme, dass Alternativinvestitionen wesentlich sichere sein könnten, zum Beispiel im Falle von festverzinslichen Wertpapieren. "Schiffsfonds sind daher nur für risikobewusste Investoren als Beimischung zum Gesamtvermögen interessant."

Am "sichersten" - soweit man bei Schiffsfonds von Sicherheit sprechen kann - erwiesen sich nach der Studie in der Vergangenheit Containerschiffe. Statistisch gesehen erzielten die Schiffe im schlechtesten Fall eine Jahresrendite von rund 12 Prozent pro Jahr - was nicht zuletzt mit auf die positive Marktentwicklung in den Verkaufsjahren zurückgeführt wird. Der Zusammenhang zwischen der Entwicklung auf den Chartermärkten, die maßgeblich durch die Entwicklung und des Welthandels geprägt werden, und den Fondsergebnissen ist evident.

Während die Fonds mit Schiffsverkäufen in den guten Jahren (1995/1996) Renditen von rund 25 Prozent jährlich erwirtschaftet haben, fiel die Performance in den schwierigen Jahren (1998/1999) auf 17 Prozent jährlich zurück. Bedingt durch die Krise in der Containerschiffahrt ist die Zahl der Verkäufe in den beiden vergangenen Jahren spürbar gesunken. Kastell: "Die Fondsmanager warten wohl auf bessere Zeiten". Zwar liege die Durchschnittsrendite für die sieben Schiffsverkäufe immerhin bei 22 Prozent jährlich, da jedoch eine Fondsgesellschaft die Beteiligung mit rund 98 Prozent Rendite abgeschlossen hat, werde der Durchschnitt erheblich nach oben gedrückt. "Ohne diese Ausnahme-Performance lagen die Anlegerrenditen nur bei mageren neun Prozent jährlich".

Aktuell bewegen sich Renditeprognosen für zeichnungsfähige Fonds auf Grund der veränderten steuerlichen Situation im unteren zweistelligen Bereich. Bei langfristig wirtschaftlich soliden Fonds könne die "Tonnagesteuer" jedoch zu einem höheren jährlichen Kapitalüberschuss von 8 bis 10 Prozent pro Jahr führen, meint der Hamburger Kapitalmarktexperte. "Die Rentabilität der neuen Fonds wird vor allem davon abhängen, wie auskömmlich die Beschäftigung der Schiffe zunächst gesichert ist. Ausfallzeiten in den früheren Fondsjahren, wo die Fremdmittel noch relativ hoch waren, können die langfristige Performance des Fonds nachhaltig verderben."

Mitentscheidend für das Ergebnis ist auch ein günstiger Schiffspreis. "Preiswerte Schiffe kommen mit vergleichsweise niedrigeren Einnahmen aus und bieten gute Verkaufschancen im Markthoch", merkt Kastell an. Häufig unterschätzt werde die Bedeutung des Schiffsmanagements. Dabei sei das Schiffsmanagement immerhin für alle technischen und kaufmännischen belange rund um das Fondsschiff verantwortlich. "Hier wirken sich Erfahrung und Umsicht unter anderem auf den Zustand des Schiffes, die Einhaltung von Betriebskosten und die Besorgung neuer Beschäftigung positiv aus." Kastells Empfehlung: "Anleger sollten in jedem Fall die aktuelle Leistungsbilanz vor einer Investitionsentscheidung studieren, um sich ein Bild über die Leistungsfähigkeit des Anbieters machen zu können." ENDE DES ARTIKELS

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Wir sind derzeit damit beschäftigt, eine Analyse sämtlicher, uns zur Verfügung gestellter Leistungsbilanzen der Emissionshäuser für Schiffsbeteiligungen zu erstellen. Dies wird sich noch einige Zeit hinziehen, weil tausende von Zahlen und Daten verarbeitet werden müssen und viele Fragen an die Emissionshäuser noch offen sind. Wir werden diese Analyse als Hilfsinstrument für Ihre Anlageentscheidung auf unseren Seiten veröffentlichen.

 

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