Die ausführliche Kapitalanlage Meldung

Schiffsbeteiligungen

MARKTBERICHT SCHIFFFAHRT

02 / 2011

Natürlich ist es angesichts der schrecklichen Ereignisse in Japan schwierig, einfach zur Tagesordnung über zu gehen. Deswegen möchten ich an dieser Stelle den Leid tragenden Menschen in Japan mein tiefes Mitgefühl aussprechen. Die Qual solcher Extremereignisse ist sehr groß und das ungewisse Damoklesschwert der in Mitleidenschaft gezogenen Atomreaktoren schwebt als riesige Bedrohung über weiten Landstrichen der betroffenen Gebiete. Deswegen möchten ich der verzweifelten Hoffnung Ausdruck geben, dass es noch gelingen möge den Spuper-GAU zu verhindern. Die derzeitigen Meldungen klingen etwas mehr nach Zuversicht, aber auch das ändert sich leider stündlich.


Schock im Bereich Multipurpose Heavy-Lifter!

Überschattet wird der heutige Bericht durch die Ereignisse um Beluga Shipping aus den letzten Tagen. Die Beluga-Reederei, Bremen, ist in erhebliche Schwierigkeiten geraten und der vermeintliche Rettungsanker des ins Boot geholten Hedge-Fonds Oaktree, als quasi "weißem Ritter", war vielleicht Griff daneben. Denn auch der Retter vermag kaum etwas auszurichten. Das planmäßige Vorantreiben des Inhabers der Beluga-Reederei aus dieser, in einem Spezialsegment tätigen Reederei, den größten Player im Weltmarkt zu machen, war eigentlich eine Pleite mit Ansage! Schon an anderer Stelle habe ich auf meine Probleme aufmerksam gemacht, wenn jemand der Größte werden möchte, selbsternannt ist, oder sein will. Diese "Größten" sind sämtlich über ihren eigenen Größenwahn gestolpert und zu Fall gekommen und wurden zu einem Ereignis in der Geschichte.

Beluga Chartering, das Herz des Unternehmens hat am 16.03.2011 Insolvenz angemeldet, nachdem u.a. das Emissionshaus HCI die Reißleine gezogen hat und die bestehenden Charterverträge mit Beluga aufgekündigt hat. Dieser Schritt ist hervorragend terminiert, erfolgte er doch auf Grund der ausstehenden Charterzahlungen zum richtigen Zeitpunkt, so daß ein Insolvenzverwalter keinen Zugrif mehr auf die Schiffe haben kann.
Glückwunsch an HCI und andere Häuser, die zum gleichen Mittel gegriffen haben. Besonderer Glückwunsch aber auch an diejenigen, die diesen Weg beschritten haben, weil Sie sich nicht von dem Hedge-Fonds haben einschüchtern lassen und nicht den von den Amerikanern vorgeschriebenen Weg beschritten, sondern mit deutscher Gründlichkeit ihren Weg konsequent weiter beschritten haben und sich nicht haben bange machen lassen.

Bekanntermaßen reißen sich Fonds, wie Oaktree, Unternehmen wie Beluga nicht ohne Grund unter den Nagel und es bleibt abzuwarten, was die mit der Übernahme eigentlich im Schilde führen. Sollte es letztlich dazu führen, dass Oaktree das eingesetzte Geld verliert, dann haben die sonst so gründlich recherchierenden Amerikaner ein Eigentor geschossen, woran ich aber noch nicht glaube.

Die Auswirkungen der Beluga-Pleite werden im Markt keine großartigen Spuren hinterlassen, da es sich um ein ganz spezielles Marktsegment in der Schifffahrt handelt, von denen andere, wesentlich größere Bereiche nicht betroffen sein werden. Spannend wird es für die Anleger, ob die mit einem "blauen Auge" davon kommen.

Tank- und Bulkschifffahrt unbestimmt!

An den Kernaussagen unseres letzen Marktberichtes haben sich keine wesentlichen Veränderungen ergeben. Der Bulkermarkt ist nach wie vor unter Druck und die Charterraten liegen in einigen Schiffsklassen nach wie vor unterhalb der Schiffsbetriebskosten. Nicht viel anders verhält es sich aktuell bei den Tankern, insoweit hat sich gegenüber unserem Marktbericht vom Januar keine nennenswerte Veränderung ergeben. Aber die schrecklichen Ereignisse in Japan geben Anlass zu Spekulationen, die das Marktgeschehen beeinflussen könnten. Insoweit will ich meine Gedanken zu den Folge der Katastrophe einfach mal kurz darlegen, aber (!!VORSICHT!!) diese Überlegungen können eintreten, aber sie müssen es nicht. Der Zeitablauf der nächsten 6 bis 12 Monate wird uns aufzeigen, ob diese Überlegungen richtig waren.

Nach dem Reaktorproblem in Fukushima hat Japan ein Energieversorgungsproblem von größerem Ausmass. Das kritische Bewußtsein der Bevölkerung fängt an zu erwachen und kritische Fragestellungen zur Atomenergie werden häufiger. Momentan sind 10 oder 11 Kernkraftwerke in Folge des Erdbebens vom Netz gegangen, dies entspricht rd. 20% der gesamten Kernkraftwerke (derzeit 54 AKWs aktiv). Den daraus resultierenden Bedarf an Energie zur Kompensation des Ausfalls kann man nur schätzen, aber eines ist klar, die Kompensation kann akruell nur über Kohlekraftwerke erfolgen. Die Folge ist ein erhöhter Bedarf an Importkohle, um zum Teil auch stillgelegte Kohlekraftwerke wieder anzufahren, denn der Energiebedarf ist vorhanden.

Ein weiterer Bedarf wird sich im Bereich von Erz ergeben, weil in den total zerstörten Landstrichen entsprechende Bauaktivitäten anstehen, um die Zerstörungen zu beseitigen und neue Bauwerke zu schaffen. Gleiches gilt in soweit für weitere Rohstoffe, die in der Baustoffindustrie zum Einsatz kommen und die ebenfalls in das rohstoffarme Japan mit Bulkcarriern verschifft werden müssen.

Für den Bereich Mineralöl und Mineralölprodukte gilt dies gleichermaßen, weil einige Raffinerien sehr stark beschädigt worden sind und die extreme Verknappung z.B. von Treibstoffen für Rettungsgeräte und Kraftfahrzeuge den Import von Fertigprodukten dringend erforderlich machen. Dies könnte sich sehr erheblich auch das Segment der Produktentanker auswirken, mit der Folge, dass sich auch hier eine positive Veränderung ergeben könnte.

Noch ist es zu früh, darüber zu spekulieren, ob sich aus der Tragödie in Japan ein positiver Einfluß für den Bereich der Tanker und Bulker ergeben könnte. Aber gleichwohl wollte ich diesen Aspekt gern aufzeigen, weil die Ereignisse in Japan einen positiven Einfluß auf diesen stark gebeutelten Zweig der Schifffahrt haben können. Die Probleme in diesen beiden Schifffahrtssegmenten sind aber durch zu hohe Orderaktivitäten bekanntermaßen "Hausgemacht"!

 

Die Containerschifffahrt entwickelt sich prächtig!

Der Aufschwung in der Containerschifffahrt hält weiter an. Der Boxindex von Braemar Seascope für Containerschiffe bis 4250 TEU hat erstmals die magische Grenze von 100 Punkten überschritten. Der neueste Index weist einen Wert von 101,27 Punkten aus. Verglichen mit dem Tiefststand Mitte November 2009 mit 39,15 Punkten ist dies eine Steigerung von 258,67 %. So haben wir vor einigen Tagen in der Größenklasse um 2700 TEU Charterabschlüsse gesehen mit USD 17500 und 18000/Tag für eine Periode von 12 Monaten. In den TEU-Klassen darüber, bis 6500-TEU, die ich als die "Working Horses" des Marktes tituliere, sieht es ähnlich positiv aus. So hat ein 6500-TEU-Schiff für 24 Monate eine Rate von 38000 USD/Tag erzielen können.

Sehr gut verdeutlicht wird dies auch durch unseren eigenen Index, den MIRAX, den wir seit Anfang 1999 auf unserer Seite weiter entwickelt haben. Wenn Sie sich die aktuelle Entwicklung des Gesamt-MIRAX anschauen, dann werden Sie feststellen, dass das Ratenniveau den Durchschnitt der letzten 12 Jahre fast schon wieder erreicht hat. Sie können dies aus der Annäherung des aktuellen Ratenniveaus an die "Rote" Durchschnittslinie erkennen. Dieser Durchschnittstrend entspricht der linearen Regression aller uns vorliegenden Daten seit 1999.

Bei den Großcontainerschiffen sieht die Lage unverändert negativ aus. Auf Grund der Wachstumsstrukturen in diesem Marktsegment war auf den Hauptrouten zwischen Asien und den USA sowie Asien und Europa die fahrende Flotte nur zu 80 % ausgelastet. Bei anhaltendem Trend ist dies der Tod der Kostendegressionseffekte, die man mit den Mega-Carriern erreichen will. Gleichwohl steigt das Ladungsvolumen für die kleineren Schiffsklassen deutlich an und dieser Trend ist ungebrochen.

Die steigende Zahl der abgelieferten Großcontainerschiffe jenseits der 10000-TEU- Marke verringert zwar die Auslastung dieser Schiffe, gleichwohl steigt das Ladungsvolumen an und dies muß weiter bewegt werden mit Schiffen, deren Zahl nicht in dem Maße steigt, dass es der Charterratenentwicklung abträglich wäre. Wesentlich schneller, als ich es im Marktreport vom Januar 2011 beschrieben habe, ist das Ratenniveau weiter angestiegen. Schon jetzt macht Schifffahrt wieder Spaß, weil im klassischen Bereich der Containertonnage, in dem die meisten Kapitalanleger investiert sind, die Charterraten wieder auskömmlich sind.

 

Ich erlaube mir an dieser Stelle den Hinweis auf das Beteiligungsangebot der MS ANTOFAGASTA, weil ich es für die attraktivste Beteiligung im deutschen Markt halte! Mehr Wirtschaftlichkeit mit einem Containerschiff geht nicht!

Meldungen aus 2004:

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