Containerschifffahrt Charterratenverfall
Ist jetzt alles zu Ende?
Außerdem ein sehr
wichtiger Hinweis zur neuesten Entwicklung des Suezmax-Flottenfonds
II
Schenkt man
der Presseberichterstattung Glauben, dann wird es mit dem Markt
für Schiffsbeteiligungen, wenn nicht sogar mit der gesamten
Containerschifffahrt, bald vorbei sein. Die schreibenden Auguren
der Branche beginnen wieder mit düsteren Prognosen über
die Entwicklung der Chartermärkte zu berichten. Hieß
es Ende Juli noch, dass die Charterraten schneller steigen als
die Kaufpreise, so wird nur drei Monate später über
den sich fortsetzenden Verfall der Charterraten berichtet. So
etwas schafft bei unerfahrenen Anlegern Nervosität und Angst,
der erfahrene Anleger reagiert auf solche Berichterstattung abgeklärter,
weil er Situationen wie diese kennt. Schließlich hat er
die schwachen Marktphasen 1998/1999 und 2001/2002 erlebt und weiß
über die zyklische Entwicklung der Märkte bescheid.
Die Frage,
was uns diesmal bevorsteht, lässt sich nur schwer beantworten.
Sicherlich wird sich der Markt noch weiter nach unten bewegen,
aber das ist auch gut so, denn die Entwicklung von Herbst 2003
bis April/Mai 2005 war alles andere als gesund.
In einem völlig überhitzten Markt stiegen die Charterraten
auf ein Niveau, das jenseits jeglicher Vernunft lag. Vollzieht
sich jetzt ein Abstieg in die Normalität des Marktes oder
erleben wir die gegenläufige Entwicklung und den Fall ins
bodenlose?
Auslöser
der absinkenden Charterraten ist das hohe Flottenwachstum der
letzen Jahre, der sich auch im 3. Quartal 2005 weiter fortgesetzt
hat. Dieser Trend wird sich auch weiter fortsetzen, weil ein stetiger
Zuwachs der Weltcontainerflotte zu verzeichnen ist. Allein in
dem Zeitraum vom 1.7.2005 bis 1.10.2005 wuchs die Flotte um 62
Schiffe und mehr als 230.000 TEU an. Auf der Basis der Orderbooks
der Werften im Oktober 2005 folgen noch weitere 1.177 Schiffe
mit rd. 4,4 Mio.TEU in den nächsten 3 bis vier Jahren.
Die sehr
hohe Auslastung der Werften ermöglicht einen Rückschluß
auf das Ablieferungsvolumen der nächsten 2 Jahre, weil keine
zusätzlichen Aufträge mehr ausgeführt werden können.
Das Wachstum der Flotte wird in 2006 ca. 16 % und in 2007 ca.
14 % betragen. Angesichts des sich vermindernden Charterratenniveaus
und auf Grund des immer noch sehr hohen und zur Zeit wieder leicht
steigenden Stahlpreises ist davon auszugehen, dass die Abwrackaktivitäten
wieder zunehmen werden. Dadurch wird es zu einem etwas geringeren
Wachstum der Flotte kommen.
Mit Beginn
des 3. Quartals konnte erstmals eine deutliche Verringerung der
Neubaubestellungen verzeichnet werden. Das kann aber nicht darüber
hinweg-täuschen, dass im laufenden Jahr bereits rund 500
Schiffe mit ca. 1,53 Mio. TEU bestellt worden sind. Aber aus heutiger
Sicht ist dies vielleicht ein Indiz für eine sich normalisierende
Ordertätigkeit im Bereich der Containerschifffahrt.
Die Chancen
für weiteres Wachstum im weltweiten Containerverkehr sind
hervorragend. Das Wachstum des Welthandels soll nach Angaben führender
Forschungsinstitute in den kommenden beiden Jahren bei gut sieben,
danach bei rund sechs Prozent liegen. Die Steigerungsraten für
den Containerverkehr rangieren in der gleichen Größenordnung.
Dies dürfte eine sehr konservative Annahme sein, denn bislang
wuchs der Containerverkehr signifikant schneller als der Welthandel.
Außerdem: Relative Steigerungsraten täuschen häufig
über die Größenordnung hinweg: In diesem Jahr
wird das weltweite Containeraufkommen etwa 85 Mio. Container betragen.
2008 sollen es bereits 104 Mio. Container sein. Die Aussage über
das steigende Containeraufkommen ist zwar beruhigend in Bezug
auf die bevorstehenden Ablieferungen von Schiffen in den nächsten
Jahren, sie ändert aber nichts an dem derzeitigen Rückgang
der Charterraten.
Am Rückgang der Raten
ist nichts zu ändern,
aber von welchem Niveau kommen wir eigentlich?
Sehr eindrucksvoll
wird der Verlauf des Chartermarktes durch die verschiedenen Indizes
dargestellt. Die nachfolgende Darstellung der Entwicklung des
Marktes für den Zeitraum 01/1999 bist 10/2005 für Containerschiffe
mit und ohne Ladegeschirr basiert auf den MIRAX-Werten,
einem Chart, den wir selbst ermittelt haben und der im Internet
abrufbar ist!
Die sich
aus dem MIRAX ergebenden Zahlen werden im Folgenden analysiert,
damit man sich ein Bild über den viel zitierten Ratenverfall
machen kann. Die ersten Daten der Grafik stammen aus dem Jahr
1999 und sind monatlich weiterentwickelt worden. Es handelt sich
dabei um die Durchschnittswerte des Gesamtmarktes, die sich ergeben
aus den gewichteten Durchschnittswerten der einzelnen Schiffsgrößenklassen,
beginnend mit der Klasse ab 700 TEU, endend mit der Klasse bis
4999TEU.
Der Durchschnittswert
für Containerschiffe mit Ladegeschirr lag im Januar 1999
bei USD 4,71 und im April 2005 bei USD 16,48 pro Stellplatz. Bei
den Containerschiffen ohne Ladegeschirr lag der Durchschnittswert
im Januar 1999 bei USD 4,70 und im Mai 2005 bei USD 15,83 pro
Stellplatz. Absolut betrachtet sind dies Steigerungen von 349
% bzw. 336 %. Aber bis zu dem Zeitpunkt des Erreichens der absoluten
Höchstwerte im April bzw. Mai 2005 haben sich die Chartermärkte
sehr wechselvoll entwickelt.
Vom Januar
1999 bis September 2000 stieg der Durchschnittswert für Schiffe
mit Ladegeschirr von USD 4,71 auf USD 9,00, ein Anstieg von rd.
91 %. Bei den Schiffen ohne Ladegeschirr betrug der Anstieg rd.
80 % von USD 4,70 auf USD 8,47. In der Zeit danach kam es zu einem
steten Ratenrückgang bis Februar 2002 auf USD 4,08 bei den
Schiffen mit Ladegeschirr und auf USD 3,58 im März 2002 bei
den Schiffen ohne Ladegeschirr.
In den folgenden
1,5 Jahren stieg der Markt wieder auf sein altes Niveau von 2000.
Im August 2003 erreichten die Durchschnittswerte bei den Schiffen
mit Ladegeschirr USD 8,75 und im Oktober 2003 lagen die Durchschnittswerte
bei den Schiffen ohne Ladegeschirr bei USD 8,55. Von diesen Zeitpunkten
an begann die unglaubliche Geschichte des Chartermarktes. Bis
April 2005 stiegen die Durchschnittswerte bei den Schiffen mit
Ladegeschirr auf unglaubliche USD 16,48 und bei den Schiffen ohne
Ladegeschirr im Mai 2005 auf USD 15,83. Dies waren Steigerungen
von rd. 88% bzw. 85 %. Seit dem Erreichen dieser Werte sind die
Durchschnittswerte rückläufig und haben sich bei den
Schiffen mit Ladegeschirr auf USD 12,09 und bei den Schiffen ohne
Ladegeschirr auf USD 12,51 verringert. Dies entspricht einem Rückgang
von rd. 26 % bzw. rd. 21 %.
Legt man
das Durchschnittsniveau aus dem Zeitraum Januar 1999 bis August
2003 bzw. Oktober 2003 mit zwei Hoch- und zwei Tiefphasen zu Grunde,
dann lag der Durchschnittswert bei den Schiffen mit Ladegeschirr
bei USD 6,45 und USD 6,03 bei den Schiffen ohne Ladegeschirr.
Errechnet man aus sämtlichen verfügbaren Daten (01/99
– 10/05) die Durchschnittswerte, dann beträgt dieser
bei den Schiffen mit Ladegeschirr USD 8,51 und bei den Schiffen
ohne Ladegeschirr USD 7,73.
Diese sehr
abstrakte verbale Darstellung von Zahlen macht erst deutlich,
von welch hohem Niveau der Markt eigentlich kommt. Dabei müssen
zwei sehr wichtige Aspekte für die Beurteilung des Gesamtmarktes
in die Überlegungen mit einbezogen werden. Einerseits ist
der Markt an freier verfügbarer Tonnage quasi leergefegt,
weil in den letzten knapp zwei Jahren ein Großteil der verfügbaren
Tonnage gleich in längerfristige Charterverträge eingebunden
wurde und in diesen Verträgen noch bis 2008 und 2009 fährt.
Andererseits sind die Charterabschlüsse, die gegenwärtig
gemacht werden sicherlich nicht mehr als repräsentativ zu
sehen, weil nur noch eine sehr geringe Anzahl von Charterabschlüssen
monatlich gemacht wird, bei denen extreme Einzelabschlüsse
zu einer starken Verzerrung des Gesamtbildes führen.
Ob man die
derzeitige Entwicklung nun einen Verfall nennen muß mag
dahingestellt sein. Sicherlich kann man von einer Korrektur des
Marktes sprechen und die ist bestimmt im Sinne aller Beteiligten.
Momentan sind wir sehr weit weg um von einer Krise zu sprechen,
außerdem geht der Markt jetzt in eine Phase, in der noch
nie viel Belebung am Chartermarkt war. Erfahrungsgemäß
sind die Monate ab Mitte Oktober bis Februar/März, wenn das
chinesische Neujahrsfest vorbei ist, sehr ruhig. Es bleibt abzuwarten,
was uns dann erwartet.
Für "absolut
empfehlenswert" halten wir den
Suezmax-Flottenfonds II
Aktuelle Entwicklung des
Fonds im November
Durch die aktuelle Marktentwicklung des
Spotmarktes in diesem Monat hat der Fonds eine zusätzliche
Sonderliquidität von USD 2 Mio. gegenüber den Prospektkalkulationen
eingefahren.
Diese Liquidität wird
in Sondertilgungen gesteckt !
Dadurch wird dieser Fonds seinem Vorgängerfonds,
dem Suezmax-Flottenfonds I, in der Entwicklung folgen. Die Entwicklung
der Spotmarktraten wird begünstigt durch den Engpaß
Bosporus. Dort stauen sich die Suezmax-Tanker auf beiden Seiten,
also sowohl im Scharzen Meer als auch im Marmara-Meer zur Zeit
6 Tage bis zur Erteilung einer Passage. Die Tendenz ist steigend,
was sich positiv auf die Spotmarktraten auswirkt.
So macht Geldanlage auch
ohne Verluste Spaß!
Zu diesem Schiffsbeteiligungsangebot
haben wir Ihnen bereits ausführliche Informationen
bereitgestellt, diese finden
Sie hier, mit weiteren Verweisen !
SUEZMAXFLOTTENFONDS
II