Die ausführliche Kapitalanlage Meldung

Schiffsbeteiligungen

MARKTBERICHT SCHIFFFAHRT

01 / 2011

Die Resonanz auf unseren ersten Marktbericht im November letzten Jahres hat uns wirklich sehr positiv überrascht. Viele Hundert Leser habe die Möglichkeit wahrgenommen und sich an der Umfrage beteiligt, ob wir diese Art der Berichterstattung fortsetzen sollen und für JA gestimmt. Das hat uns motiviert und heute erscheint der erste Marktbericht 2011. Wir werden zukünftig in unserer, Ihnen bekannten, Art über den Markt schreiben und auf die Darstellung von Zahlengräbern und Grafiken weitestgehend verzichten, halt Information im einprägsamen Erzählstil.


Schock im Bulkermarkt!

Überschattet wird der heutige Bericht durch Pressemeldungen vom heutigen Tag, dass ein großer Bulkoperator, Korean Line Corp. (KLC) aus Südkorea, den Antrag gestellt hat, sich unter das Insolvenzrecht zu stellen. Gemunkelt wurde schon seit Weihnachten, dass KLC in Verhandlungen mit Schiffseigentümern getreten ist, um bestehende Charterverträge nach zu verhandeln. Nachdem diese Gespräche scheinbar nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben, hat sich KLC unter das Insolvenzrecht begeben. Nun ist das noch keine direkte Katastrophe, weil das im asiatischen Raum mit den Insolvenzrecht sehr geordnet abläuft. Gleichwohl wird es sicherlich zu Nachverhandlungen mit Schiffseigentümern kommen, um besonders hohe Charterabschlüsse zu verhandeln, die zu Spitzenzeiten des Marktes geschlossen worden sind.

Trotzdem wird es sicherlich für einige Emissionshäuser in Deutschland eine aufregende Zeit werden, mit dem, was da auf sie zukommt. Häuser wie Nordkapital, Lloydfonds, CONTI und andere haben Bulker vertrieben, die an KLC verchartert sind. Sicherlich bleibt abzuwarten, wie die Abwicklung der Insolvenz laufen wird, aber ganz einfach wird diese Situation nicht zu meistern sein.

Generell ist der Bulkermarkt in den letzten Tagen sehr stark unter Druck geraten. So sind Charterraten für Capesize-Bulker Mitte Januar unter USD 9.000 gefallen und die ebenfalls auf der Verliererstrasse befindlichen kleineren Panamaxe liegen kurioserweise im Ratenniveau etwas höher, aber trotzdem unter USD 10.000, dies ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Vielleicht hat dies seine Ursache in der allgemeinen Marktruhe vor Chinese New Year, weil die Erznachfrage in China deutlich niedriger als erwartet ist. Aber sicherlich hat auch die Naturkatastrophe in Australien einen erheblichen Einfluß auf das Ratenniveau. Durch die Hochwassersituation dort haben viele Minen die Produktion eingestellen müssen, weil die Minen in Gefahr oder schlimmstenfalls voll Wasser gelaufen sind. Ferner sind die Schienenstränge davon unmittelbar betroffen, so daß keine Ladung in die Häfen gelangt. Lt. SAG Tanker & Bulker Report staut sich eine 32 km Lange Schlange von Bulkern vor den australischen Häfen und wartet auf Ladung. Aber mit fehlender Ladung sinkt auch die Nachfrage nach Schiffen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Bulkschifffahrt weiter entwickelt, weil nach wie vor ein großes Flottenwachstum ansteht, dass in seiner Entwicklung größer sein wird, als die nachgefragten Transportmengen. Aber gleichwohl besteht hier die Chance, das sich diese Differenz nivellieren wird. Ein Faktor spricht für eine positive Entwicklung. Die schlechten Raten werden sicherlich einige Reeder dazu animieren, sich von überalterter Tonnage zu trennen, zumal der Schrottpreis für Schiffbaustahl sehr hoch ist, aber da bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Mit Spannung werden wir die Entwicklung von KLC verfolgen, insbesondere die Auswirkungen auf deutsche Fondsschiffe.


Tanker dümpeln vor sich hin!

Bei allen Tankerklassen ist mit den Chartern ein Niveau erreicht worden, das sich nur kommentieren läßt mit: Schlimmer geht nimmer! Im Bereich der Großschiffe (VLCCs) gingen die Charterraten zurück bis auf ca. USD 24.500, noch schlimmer war es bei den kleineren Einheiten, wo die Raten die Marke von USD 10.000 nach unten durchschlugen. Beeinflußt wurde dieser Trend dadurch, dass viele Tanker, die als schwimmende Öllager genutzt worden waren, wieder in Fahrt gekommen sind, weil die Lagerhaltung auf See nicht mehr lohnend ist. Der Einsatz auf See aber leider eben so wenig.

Positiv, wie auch schon im letzten Marktbericht dargelegt, sind die kräftigen Zuwächse im sog. Tonnen-Meilen-Effekt. Hier wurden die kräftigsten Zuwächse seit den 1980er Jahren verzeichnet, nur in den Raten hat sich das leider noch nicht niedergeschlagen. Die steigende Ölnachfrage, wieder einsetzend in 2010, um jährlich rd. 2% auf 88,25 Mio. Barrel pro Tag, insbesondere in den Schwellenländern, wird dazu beitragen, dass sich die Charterraten auf einen stärkeren Jahresdurchschnit bewegen werden, aber einen Zeitpunkt zu benennen, wann das der Fall sein wird, trauen wir uns nicht.

Interessant wird auch bei den Tankern die Abwrackquote sein. Wurden 2010 insgesamt 301 Tanker mit einem Volumen von 13,46 Mio. Tonnen abgewrackt, so waren es bis Mitte Januar diesen Jahres bereits 6 Tanker mit zusammen 363.500 Tonnen Kapazität, die aus dem Markt genommen wurden. Bei Stahlpreisen von ca. USD 500 pro Tonne Schiffsstahl ist abwracken alter Tonnage richtig interessant geworden und es wird einen positiven Einfluß auf den Markt haben, wenn zunehmend unwirtschaftliche (bei dem aktuellen Ratenniveau) Alttonnage aus dem Markt genommen wird. SAG berichtet in seinem Tanker & Bulker Report, dass 377 Einhüllentanker, die in 2010 hätten verschrottet werden müssen, noch existieren, davon allein 284 unterhalb der Panamax-Klasse. Das läßt hoffen, dass hier ein weiteres Potential für die Verbesserung der Raten schlummert.

 

Hoffnung in der Containerschifffahrt?

Der Aufschwung in der Containerschifffahrt entwickelte sich von März bis Oktober, dann kam eine, wie jedes Jahr prognostizierbare Delle, die aber interessanterweise nur bis kurz vor Weihnachten anhielt. Der Boxindex für Containerschiffe bis 4250 TEU hatte bei Braemar Seascope seinen Tiefpunkt Mitte November 2009 mit 39,15 Punkten erreicht, Danach war ein Anstieg bis Mitte Oktober 2010 auf 84,32 Punkte zu verzeichnen, bevor die Delle den Index auf 74,90 Punkte kurz vor Weihnachten zurückführte. Seit der Zeit steigt der Boxindex wieder kontinuierlich auf zwischenzeitlich 82,66 Punkte per 24.01.2011 und der Trend hält weiter an! Dies liegt aber speziell an der Größenklasse der Schiffe , die dieser Marktbewertung unterliegen. Aber die Größenklasse, in die ich Schiffe bis insgesamt 6500 Teu mit einbeziehe, wird ihren Weg als sogenannte "Working Horses" gehen. Darüber habe ich beim letzten Report geschrieben.

Bei den Großcontainerschiffen sieht die Lage nicht so gut aus. So berichtet der Branchendienst Alphaliner in seiner neuesten Ausgabe, dass die globale Containerflotte bis zum Jahr 2013 um fast 9 % wächst, aber fast ausschließlich im Bereich der Mega-Carrier. Gott sei Dank finden sich in diesem Bereich nur sehr wenige Anlegerschiffe wieder! Auf Grund der Wachstumsstrukturen in diesem Marktsegment war auf den Hauptrouten zwischen Asien und den USA sowie Asien und Europa die fahrende Flotte nur zu 80 % ausgelastet. Bei anhaltendem Trend ist dies der Tod der Kostendegressionseffekte, die man mit den Mega-Carriern erreichen will. Gleichwohl steigt das Ladungsvolumen für die kleineren Schiffsklassen deutlich an, weil die von den Problemen der Mega-Carrier nicht betroffen sind.

Die steigende Zahl der abgelieferten Großcontainerschiffe jenseits der 10000-TEU- Marke verringert zwar die Auslastung dieser Schiffe, gleichwohl steigt das Ladungsvolumen an und dies muß weiter bewegt werden mit Schiffen, deren Zahl nicht in dem Maße steigt, dass es der Charterratenentwicklung abträglich wäre. Sicherlich werden wir bereits in wenigen Wochen (max. 6-8) in der Klasse zwischen 2500 und 3000 TEU Raten sehen, die über USD 15000 liegen werden und dann fängt Schifffahrt wieder an, Spaß zu machen.

 

Ich erlaube mir an dieser Stelle den Hinweis auf das Beteiligungsangebot der MS ANTOFAGASTA, mit der Möglichkeit eine 9%ige Ausschüttung für das ganze Jahr 2011 zu erzielen. Weitere hinweise zu diesem Schiffe bekommen Sie in Kürze! Mehr Wirtschaftlichkeit mit einem Containerschiff geht nicht!

Meldungen aus 2004:

$date] 

$titletext". "". "


"); } ?>