Seefrachtraten im Oktober 2001
(mit Kommentierung)
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag
der Index der Frachtraten in der Linienfahrt im Oktober 2001 um
20,7 % unter dem Vorjahresniveau. Im September 2001und August 2001
hatte die Jahresveränderungsrate - 17,0 % bzw.- 8,1 % betragen.
Der Wechselkurs des US-Dollars gegenüber dem Euro stieg von
September auf Oktober 2001 um 0,6 % und lag im Oktober 2001 um 5,6
% unter dem Vorjahresniveau.
Von September auf Oktober 2001 ging der Index
der Frachtraten in der Linienfahrt um 1,6 % zurück. In der
Fahrtregion Asien/Australien schwächte sich das Ratenniveau
um 6,5 % ab. Dagegen stiegen die Frachtraten in der Amerika- und
Afrikafahrt um 1,2% bzw. 0,1%. In der Europafahrt gab es im Vergleich
zum Vormonat keine Veränderungen.
Im Vergleich zum Oktober 2000 wurden für
die Fahrtgebiete Asien/Australien (- 42,8 %), Afrika (- 6,4 %) und
Amerika (- 3,5 %) niedrigere Frachtraten erzielt. Auch in der Europafahrt
gaben die Raten binnen Jahresfrist um 0,5% nach. Die Frachtraten
lagen damit in diesem Fahrtgebiet erstmals seit Dezember 1999 wieder
unter dem Vorjahresniveau.
Die Entwicklung der Frachtraten spiegelt sich
auch in der Entwicklung der Charterraten wieder, die sich weiter
negativ entwickelt haben. Einzelheiten finden Sie im MIRAX, unserem
speziellen Charterraten - Index. Die Zahlen für den Monat Oktober
werden wir in den nächsten Tagen einstellen.
Fazit:
Die Entwicklung geht weiter, dennoch sind wir optimistisch
gestimmt, weil solche Tendenzen schon immer das Marktgeschehen bestimmt
haben, auch wenn uns einige Journalisten Glauben lassen wollen,
daß dies das "absolute" Ende aller Dinge sei! Man
darf nicht vergessen, daß wir derzeit einen Abstieg aus einer
Hochphase erleben, und der wird sich noch einige Zeit hinziehen.
Bekanntlich folgt auf Regen immer wieder Sonnenschein. Der Markt
wird sich auch wieder positiv wenden und schafft erste Fakten, in
dem Stornierungen von Bauaufträgen und Verzögerungen der
Ablieferungen zu verzeichnen sind, damit sich der Markt wieder erholen
kann von dem Überangebot an Tonnage. Weiterhin führen
solche Marktsituationen dazu, daß vermehrt Tonnage aus dem
Markt genommen wird, die technisch überaltert ist. Die Abwrackzahlen
steigen, weil der Preis für Schiffbaustahl sehr hoch ist und
es deshalb lohnend ist, technisch veraltete Schiffe abzuwracken.
Einige der älteren Emissionshäuser haben
auf die Situation ebenfalls reagiert, und die Zahl der Neuemissionen
deutlich heruntergeschraubt.
Es bleibt eigentlich nur zu hoffen, daß
ein großes Emissionshaus aus Hamburg den Markt auch endlich
begreift und sich etwas zurückhält mit seinen Aktivitäten.
In dem Bestreben die"Größten und Tollsten"
zu sein übersieht dieses Haus die Bärendienste, die es
dem Markt erweist. Größe, liebe Hamburger, läßt
sich besser beweisen durch positive Leistung - daran fehlt es in
der Leistungsbilanz dieses Unternehmens sowieso - und durch Wahrung
der Interessen der Anleger. Letzteres ist aber völlig verdrängt
worden durch die Interessen des eigenen Geldbeutels.
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