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Die ausführliche Kapitalanlage Meldung

Die Steuerpolitik vertreibt das Kapital aus Deutschland


Von Rainer Zitelmann

"Je mehr Unsinn in Berlin getrieben wird, um so besser ist es für uns. Die Steuerpolitik treibt das Kapital geradezu ins Ausland" - so der Befund von Georg Weinberg (Grund-Wert International Properties) auf dem Cash.-Hauptstadtforum zur Zukunft der geschlossenen Fonds. Für geschlossene Fonds, die in den USA investieren, so Weinberg, sprechen die höheren Renditen und die steuerlichen Vorteile durch das Doppelbesteuerungsabkommen. Währungsrisiken sollten nicht überschätzt werden: "Der Dollar müsste auf 80 bis 90 Pfennig fallen, damit die Vorteile durch die höheren Renditen und die niedrige Besteuerung zunichte gemacht werden."

Auch Dietmar Schloz von der HFS-Hypo Fondsbeteiligungen sprach von einem "staatlich verordneten Kapitalexport in das Ausland". Der Paragraf 2b EStG sei ein "Arbeitsplatzvernichtungsprogramm für Deutschland" und werde zu einem gewaltigen Boom bei den geschlossenen Auslandsfonds führen.

Allerdings, so die These von Schloz, hätten trotz des Fallensteller-Paragrafen auch geschlossene Fonds in Deutschland durchaus eine Zukunft. "In gewisser Hinsicht sind sie den Auslandsfonds sogar überlegen. Denn das, was wir bei den Auslandsfonds schätzen, die Möglichkeit der steuerfreien Ausschüttungen, wird künftig in Deutschland ebenfalls durch den §2b EStG erreicht - mit dem Vorteil, dass der Progressionsvorbehalt, der die Renditen bei Auslandsinvestments mindert, nicht zum Tragen kommt."

Das Argument: Wenn Anfangsverluste nicht mehr sofort verrechnet werden dürfen, dann werden die steuerlichen Verluste in die nächsten Jahre vorgetragen. Das, so Schloz, führe zu steuerfreien Ausschüttungen, die - je nach Fonds - durchaus zehn Jahre oder länger realisiert werden könnten. Die Renditen nach Steuern könnten dann einem Vergleich mit den Auslandsfonds durchaus standhalten, zumal eine Angleichung der europäischen Renditen auf das deutsche Niveau zu beobachten sei.

Die modische Rede vom "Trend zur Ertragsorientierung" bei den Fonds sei allerdings ein "Märchen", so Schloz: "Die Immobilien werden doch nicht anders, nur weil die Steuervorteile weg sind."

Chancen für Investoren sieht der Steuerexperte Martin Neupert (Rödl & Partner) in Osteuropa. Zur Zeit gebe es zwar noch keinen geschlossenen Fonds, der in Osteuropa investiere, doch das werde sich demnächst ändern. Vorbehaltlich einer Klärung von Interpretationsfragen zum Doppelbesteuerungsabkommen mit Ungarn ließen sich dort Investitionen mit einer Steuerbelastung von weniger als 20 Prozent realisieren.

Konkurrenz könnte den geschlossenen Immobilienfonds verstärkt durch Windkraft- oder Medienfonds erwachsen. Dazu Dietmar Schloz: "Zwar handelt es sich dabei um sehr risikobehaftete Anlagen, die mit einem Immobilienfonds nicht vergleichbar sind, aber da der Steuerspartrieb bekanntermaßen bei den Deutschen stärker als jeder andere Trieb ausgeprägt ist, muss befürchtet werden, dass Anleger aus rein steuerlichen Gründen in riskante Investitionen getrieben werden."

Angesichts von immer komplexer werdenden Angeboten, die für viele Anleger verwirrend wirken, muss sich auch die Kapitalanlagebranche stärker als bisher darauf konzentrieren, Marken herauszubilden: "Die Marke", so Gertrud Höhler in ihrem Vortrag, "überbrückt das generelle Misstrauen des Verbrauchers gegenüber der Welt des Geldes. Wer hoch abstrakte Produkte ohne Vertrauensquelle verkaufen will, der wird nicht zur Spitze gehören."

 

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