Schiffsbeteiligungen
Was hat Trichotillomanie
mit Schifffahrt zu tun?
Katastrophal schlechter Journalismus
richtet leider großen Schaden an!
Zu dem Thema Trichotillomanie hat
die Journalistin Berrit Gräber am 26.05.2009 einen sehr interessanten
Artikel über diese Krankheit geschrieben. Trichotillomanie
ist die krankhafte Lust, sich Haare auszuraufen. Genau diese Lust
befiel mich, als ich einen Artikel von Frau Berrit Gräber
vom 25. Januar 2010 mit der Überschrift "Schiffsfonds
gehen unter" im Münchner Merkur, im Mühldorfer
Anzeiger und in gekürzter Form in den Nürnberger Nachrichten
fand. Die Krankheit, über die Frau Gräber schreibt,
ist heilbar, insoweit eine gute Message, aber die grottenschlechten
Recherchen von Frau Gräber in Sachen Schifffahrt, werden
sicherlich bleiben, wenn sie nicht selbst auf die Idee kommt,
sich eingehender und genauer mit der Materie zu befassen, über
die Sie gerade schreibt. Aber ich befürchte, dass Frau Gräber
und einige andere jüngere Journalisten, für die dieser
Artikel gleichermaßen bestimmt ist, kritikresistent sind
und weiterhin unrecherchierten und unqualifizierten journalistischen
Einheitsbrei verzapfen. Vermutlich verbleibt mir und vielen anderen
Marktteilnehmern nur diese Lust des Haareausraufens, auch wenn
ich eine Glatze habe.
Die Fragestellung
in der Überschrift läßt sich nur beantworten mit
den Recherchen, die ich bei Google über Frau Gräber
unternommen habe. Sämtliche Recherchen dazu habe ich archiviert
und kann Sie bei Bedarf gern zur Verfügung stellen. Verfolgt
man die schreibende Karriere von Frau Gräber, so findet man
dort sehr viele veröffentlichte Artikel über Bausparen,
Erben, Kredite, Schöner Wohnen, Vorfälligkeitsentschädigungen,
Ferienjobs, Kündigungsfristen, betreutes Wohnen und ähnliche
Themen. Meine Recherche reicht zurück bis in das Jahr 2001,
wo es in einem Artikel um Reiserücktritt wegen Milzbrand
geht. Einzig das Thema Schifffahrt und Schiffsbeteiligungen habe
ich bei den Recherchen nicht finden können!
Die aktuell letzten
Artikel, die über Google archiviert sind findet man mit Datum
07.01.2010 zum Thema Schimmelbildung und dann am 25.Januar 2010
zum Thema: "Schiffsfonds gehen unter". Wenn man, so
wie Frau Gräber, sich in der Vergangenheit nicht sonderlich
hervorgetan hat mit der Berichterstattung über das Marktsegment
Schiffsbeteiligungen, dann stellt sich unweigerlich die Frage,
wie kann man innerhalb von nur 18 Tagen von der expertisen Berichterstattung
über Schimmelbildung zur schreibenden Fachjournalistin über
das Thema Untergang von Schiffsfonds werden?
Sicherlich kann man
die Motivation freier Journalisten rechtfertigen mit dem wirtschaftlichen
Interesse, Artikel zu schreiben und zu verkaufen. Aber wenn man
dabei in Bereiche abdriftet, die Fachleute im Bereich Schifffahrt
auf Grund der Unqualifiziertheit und Falschinformation in wirkliche
Verärgerung bringen, dann ist es an der Zeit, die Reißleine
zu ziehen und auf diese Mißstände explizit hinzuweisen.
Auch der Hinweis auf so genannte Anlegerschützer wirft die
Frage auf, wer schützt uns vor der steigenden Zahl der Anlegerschützer?
Bereits in meiner NEWS
vom 27.01.2010 habe ich darauf hingewiesen, dass manche Journalisten
besser den Mund halten sollten, als dummes Zeug zu schreiben und
habe dies mit dem Zitat von Dieter Nuhr unterlegt: "Wenn
man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!"
Diejenigen Journalisten,
denen meine Kritik gilt, müssen sich mal vor Augen führen,
was für einen Schaden Sie mit dieser Art der Berichterstattung
anrichten. Die unbefangenen Leser, die so etwas in einer renommierten
Zeitung lesen, glauben das, was sie dort lesen und sind schlagartig
verunsichert, sofern sie in Schiffe investiert haben, ob sie nun
all ihr investiertes Geld verlieren. Genau diese Reaktion hat
Frau Gräber ausgelöst, weil in vielen Emissionshäusern
und bei vielen Anlageberatern die Telefone nicht mehr still standen.
Die Anleger waren total verunsichert und es bedurfte vieler Diskussionen
am Telefon, um den Schwachsinn, der zu lesen war, einzugrenzen
und richtig zu stellen. Insofern richte ich einen Appell an die
jüngeren freien Journalisten, bitte recherchieren Sie gründlicher
ehe irgendwelche haltlosen Vermutungen und Unterstellungen veröffentlicht
werden.
Die Kollegen von FondsMedia
haben sich der Thematik bereits angenommen, den Artikel von Frau
Gräber "seziert" und in einer ausführlichen
Stellungnahme auf die Schwachpunkte des Berichtes hingewiesen.
Ich gebe Ihnen durch die nachfolgenden Links am Ende dieses Artikels
die Gelegenheit, sich den Artikel von Frau Gräber und die
Stellungnahme von FondsMedia einmal genau anzuschauen und sich
selbst ein Bild davon zu machen, was schlechter Journalismus ist.
Mein Dank geht an Peter Kastell und sein Team von FondsMedia für
diese Arbeit!
Wenn Ihnen, liebe Leser und Leserinnen,
Artikel zum Thema Schifffahrt auffällig oder extrem negativ
erscheinen, dann scheuen Sie nicht davor zurück, mir dies
zu mailen oder zu faxen. Viele Marktteilnehmer sind es leid, permanent
negative Schlagzeilen über die Schifffahrt zu lesen, obwohl
das, was da negativ verrissen wird, so, wie es dargestellt wird,
gar nicht stimmt. Aus diesem Grund wollen wir uns zu Wehr setzen
und werden weiterhin unter Namensnennung von Zeitung und Autor
über falsche und/oder schlecht recherchierte Artikel in Sachen
Schifffahrt berichten und mit Sachargumenten und Daten die Darstellung
widerlegen.
Gleichzeitig bitte ich renommierte
Journalisten, wie z.B. Christina Anastassiou, Katrin Berkenkopf,
Dr. Leo Fischer, Reiner Reichel, Ludwig Riepl, die häufiger
über den Bereich Schifffahrt und Schiffsbeteiligungen souverän
berichtet haben, nehmen Sie sich des Themas wieder an, weil es
interessante Dinge und Entwicklungen in dem Markt gibt.
Den vollständigen
Artikel aus dem Merkur vom 25.01.2010 finden Sie hier:
http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft/schiffsfonds-gehen-unter-603409.html
Dazu schreibt FondsMedia
in einer kurzen Zusammenfassung:
"München - Zigtausende Anleger steuern
auf horrende Verluste zu: Im Sog der weltweiten Finanzkrise droht
einem Großteil der gut 1000 geschlossenen Schiffsfonds die
Havarie."
Dem Münchener Merkur ist es gelungen, mit nur einem Satz
effizient zur Fehlinformation deutscher Schiffsinvestoren beitzutragen.
Begründung:
Schiffsfonds stellen Sachwerte dar, die keinerlei direkte Berührungspunkte
mit der so genannten Finanzkrise aufweisen. Daher ist eine Sogwirkung
auszuschließen. Die jüngste Finanzkrise stellt einen
Meilenstein in der Vernichtung von Vermögensanlagen dar.
Die Asian Development Bank schätzt den Verlust auf rd. US$
50 Billionen. Das entspricht dem weltweiten Bruttoinlandsprodukt
eines Jahres. Die fatalen Folgen der Finanzkrise resultieren aus
abstrakten Finanzprodukten, die exakt das Gegenteil zum Sachwert
Schiff darstellen.
Die durch die Finanzkrise ausgelöste Weltwirtschaftkrise
hat sich dramatisch negativ auf das Umschlagsvolumen in der Containerschifffahrt
ausgewirkt. Erstmalig in der Geschichte der Containerschifffahrt
hat sich das Umschlagsvolumen rückläufig entwickelt.
Experten gehen für das Jahr 2009 von einem Minus in Höhe
von ca. 7,5% bis 10,0% im Vergleich zum Jahr 2008 aus.
Die Aussage, einem Großteil der ca. 1.000 geschlossenen
Schiffsfonds drohe eine Havarie, ist sachlich unzutreffend und
grob irreführend. Eine Analyse aktueller Leistungsbilanzen
ergibt einen Bestand von ca. 1.109 laufenden Schiffsfonds. Von
diesen Schiffsfonds haben 755 Fondsgesellschaften in Containerschiffe
investiert.
Derzeit sind ca. 88,7% der weltweit verfügbaren Containerschiffskapazitäten
beschäftigt. Der Anteil unbeschäftigter Schiffe liegt
bei ca. 11,3%. Unter den aufliegenden Containerschiffen befinden
sich 148 Charterschiffe.
Geht man davon aus, dass es sich bei diesen Schiffen ausschließlich
um deutsche Schiffsfonds als Eigentümer handelt, ergibt sich
ein Anteil von 18,3% bezogen auf die 755 Fondsgesellschaften.
Aufgrund der derzeitigen Marktkonstellationen ist davon auszugehen,
dass bis zu 150 Schiffsfonds die beschäftigungslose Zeit
nur mittels Eigenkapitalerhöhungen überstehen können.
Die Frage, wann ein Großteil ein Großteil ist, provoziert
subjektive Einschätzungen. Numerisch hochgerechnet können
derzeit 81,7% der Containerschiffsfonds nicht im Sinne einer beschäftigungslosen
Phase von der Marktkrise betroffen sein. Mathematisch betrachtet
handelt es sich hier eindeutig um den Großteil der Fondsgesellschaften.
Die Schlusspassage des Artikels gaukelt Lösungen vor, welche
auf den Konten von Anwaltskanzleien wohltuende Wirkung zeitigen
- Investoren von Schiffsfonds sind vor diesen Ratschlägen
ausdrücklich zu warnen.
Eine ausführliche Beurteilung
des Artikels finden Sie hier zum Download:
http://www.fondsmedia.com/pdf/560-e8aa33f87276d060929c0631942c12a0